hump
Güterwagen oder Güterzüge über einen Rangierhügel in einem Rangierbahnhof rangieren.
Hump: Güterwagen über den Rangierhügel schieben
In Rangierbahnhöfen ist der Hump ein sanfter künstlicher Hügel, typischerweise 40 bis 60 Fuß hoch, der in die Gleisanlage eingebaut ist, um eingehende Güterwagen durch Schwerkraft zu trennen. Eine Lokomotive schiebt einen Wagenzug über diese Erhebung hinauf und lässt ihn los. Sobald die Wagen die Kuppe erreichan und auf der anderen Seite zu rollen beginnen, übernimmt die Schwerkraft, und die Wagen rollen in verschiedene Nebengleise, je nachdem welche Weichen für ihr Ziel gestellt sind. Dieser Prozess heißt Humping, und so sortieren große Rangierbahnhöfe ohne die Treibstoffkosten einzelner Lokomotivfahrten hunderte Wagen pro Tag.
Der Hump-Bahnhof selbst ist die Infrastruktur: das Gipfelgleis, das Zuführgleis, wo Wagen vor dem Hochschieben zusammengestellt werden, die Bremssysteme (Luft- oder Hydraulikbremsen), die auf den Abfahrtsgleisen eingebaut sind, um Wagen sicher zu verlangsamen, und das Leitergleis auf jeder Seite, wo Wagen in 30 bis 60 verschiedene Sortiergleise verteilt werden. Eine typische Humping-Operation bewegt einen Wagen alle 12 bis 20 Sekunden bei Spitzenlast. Der Operator im Hump-Büro steuert die Weichen und Bremssysteme von einem Bedienstand aus, manchmal mit einem Bremsführer oder Weichenwärter, der im Bahnhof postiert ist, um die Bewegungen zu beobachten.
Humping funktioniert am besten mit Wagen zwischen 60 und 100 Tonnen; sehr leichte oder sehr schwere Wagen verhalten sich auf der Steigung unberechenbar und erfordern stattdessen manuelles Rangieren. Bestimmte Wagen wie solche mit Gefahrgut oder Kühlgütern dürfen nicht gehumpft werden, um Beschädigungen oder Verschüttungen zu vermeiden. Windgeschwindigkeit und Schienentemperatur beeinflussen auch die Rollstrecke, daher passen Operatoren die Bremseinstellungen saisonal an und überwachen das Wetter.
Warum es Hump heißt
Der Begriff ist wörtlich gemeint: Frühe amerikanische Rangierbahnhöfe im 19. und 20. Jahrhundert bauten physikalische Erd- oder Kiesaufschüttungen in die Mitte von Sortiergleisanlagen. Mit dem Wachstum der Bahnhöfe wurden diese zu permanenten Strukturen aus Stahlschienen, Beton und später automatisierten Kontrollsystemen formalisiert. Das Wort Hump bleibt bestehen, auch wenn moderne Bahnhöfe stärker konstruiert sind als die ursprünglichen Hügel.
Große Güterbahnen betreiben heute weniger Hump-Bahnhöfe als früher, teilweise weil Intermodal-Container und Unit Trains (durchgehende Züge mit identischen Wagen) die Notwendigkeit häufigen Rangierens verringern. Allerdings bleiben klassische Rangierbahnhöfe mit Humps unverzichtbar für die Abfertigung gemischter Frachten, und der Begriff Humping wird in nordamerikanischen Bahnbetrieben immer noch verwendet. Die Fähigkeit, das Verhalten von Wagen auf der Steigung zu lesen, richtig zu entscheiden, wann man sie loslässt, und Weichenschaltungen richtig zu timen, bleibt eine Kernkompetenz für Bahnhofsarbeiter und Operatoren.