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Bergbau und Gewinnung

Seitenerz

Englisch: dropper

Eine Erzader, die von der Hauptader abzweigt oder diese verlässt.

Dropper: eine Nebenerader, die sich vom Haupterzgang abzweigt

Im Hartgesteinsbergbau ist ein Dropper eine Nebenader, die sich vom Primärergang abzweigt und in die umgebende Nebengestein mit steilerer Neigung hinabführt. Im Unterschied zu einem Hauptgang, der nahezu horizontal oder mit flachem Einfallen verlaufen kann, fällt ein Dropper typischerweise mit 60 Grad oder steiler ab. Bergleute treffen Dropper häufig in Edel- und Basismetallbetrieben an, besonders in Adersystemen, in denen die Mineralisierung sich in mehrere Bahnen verzweigt.

Der geologische Mechanismus hinter Droppern beruht auf Spannungsentlastung und sich änderndem Fluiddruck, wenn sich das hydrothermal System in kühleres Nebengestein ausbreitet. Mit dem Wechsel von Temperatur und Chemismus folgen mineralisierte Fluide Kluftflächen, die vom Primärkanal abweichen. Ein Dropper kann erhebliche Erzgrade führen, manchmal höher als der Hauptgang, oder er kann fast barren Quarz und Calcit sein. Das Vorhandensein von Droppern kann einen nutzbaren Gang tiefer ausdehnen als erwartet, weshalb systematische Untertagebohrungen und Aderverfolgung unverzichtbar bleiben.

Praktische bergbauliche Überlegungen

Dropper erschweren die Grubenplanung. Ein Bergmann, der dem Hauptgang in der Tiefe folgt, kann plötzlich auf einen Dropper treffen, der über die Abbaufläche schneidet, was eine Anpassung der Abbaugeometrie erforderlich macht. Manche Betriebe folgen bewusst Droppern als sekundäre Abbaustragie, treiben Querschläge ab, um sie zu schneiden und Erz zu gewinnen, das andernfalls tiefere Hauptangangszufahrten benötigen würde. Im Dünnerzbergbau, besonders untertage, kann ein 1 bis 3 Meter breiter Dropper rentables Erz abbauen; in Tagebauoperationen bleiben Dropper unterhalb der Grubensohle grundsätzlich ungebaut.

Der Begriff stammt aus der Bergbausprache des 19. Jahrhunderts, als Bergleute beim tieferen Arbeiten buchstäblich beobachteten, wie sich Adern vom Hauptgefüge abwärts abzweigten. In modernem Sprachgebrauch ist Dropper unter australischen, kanadischen und südafrikanischen Bergbaugeologen Standard. Die Unterscheidung hat betriebliche Relevanz: ein Dropper ist keine parallele Ader oder ein separates Gangsystem, sondern speziell eine Abzweigung, die von einem einzelnen Mineralisationsereignis stammt und sich davon abgespalten hat.

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