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Maschinenbau

Tropfpunkt

Englisch: dropping point

Die Temperatur, bei der ein Schmierfett unter bestimmten Testbedingungen von einem halbfesten in einen flüssigen Zustand übergeht.

Tropfpunkt: die Temperatur, bei der Schmierfett unter Testwärmebedingungen schmilzt

Der Tropfpunkt ist die Temperatur, bei der eine Schmierfettprobe unter standardisierten Testbedingungen zu fließen beginnt, gemessen in Grad Celsius oder Fahrenheit. Er markiert die obere Wärmegrenze des brauchbaren halbfesten Zustands eines Schmierfetts. Wenn ein Schmierfett seinen Tropfpunkt erreicht, verliert es die mechanische Struktur, die es ermöglicht, an Lagerflächen zu haften, und läuft stattdessen ab, wodurch geschmierte Bauteile ungeschützt bleiben.

Die Tropfpunktprüfung wird mit einer in ASTM D566 oder ähnlichen Normen vorgegebenen Vorrichtung durchgeführt. Eine kleine Schmierfettprobe sitzt in einer Schale, die über einem Thermometer hängt. Wenn die Temperatur mit kontrollierter Geschwindigkeit ansteigt, wird das Schmierfett weicher, bis der erste Tropfen aus der Schale auf die Thermometerkugel fällt. Diese Temperatur wird als Tropfpunkt aufgezeichnet. Das Verfahren ist einfach und reproduzierbar, weshalb es trotz neuerer Analysetechniken weiterhin der Industriestandard bleibt.

Der Tropfpunkt variiert stark je nach Grundölviskosität, Verdickertypus und Additiven. Lithiumkomplexschmierfette tropfen typischerweise zwischen 160 und 190 Grad Celsius. Polyureasschmierfette überschreiten häufig 220 Grad Celsius. Calciumseifen-Schmierfette, heute weniger verbreitet im industriellen Einsatz, tropfen deutlich tiefer, etwa bei 70 bis 100 Grad Celsius. Der Tropfpunkt eines Schmierfetts deutet nicht unmittelbar auf die sichere Betriebstemperatur hin: Geräte sollten nicht in der Nähe des Tropfpunkts arbeiten, da das Schmierfett bereits bei Temperaturen weit darunter dünnflüssiger wird.

Praktische Grenzen und Auswahl

Der Tropfpunkt ist am wichtigsten bei der Auswahl von Schmierfetten für Hochtemperaturanwendungen wie Ofenlager, Ofenausrüstungen oder Elektromotoren unter Dauerbelastung. Ein Schmierfett mit einem Tropfpunkt von 160 Grad Celsius kann in einem Lager, das bei 120 Grad Celsius arbeitet, zufriedenstellend funktionieren, aber bei 140 Grad zu bluten beginnen. Umgekehrt enthält ein Schmierfett mit extrem hohem Tropfpunkt oft synthetische Grundöle und hochwertige Verdicker, was es für Raumtemperaturanwendungen unnötig teuer macht.

Der Tropfpunkt ist eine von mehreren wichtigen Eigenschaften zur Spezifizierung von Schmierfett, neben Penetration (die die Konsistenz misst), Oxidationsbeständigkeit und Wasserwaschbeständigkeit. Ein Schmierfett kann einen hohen Tropfpunkt haben und dennoch in der Anwendung versagen, wenn seine Oxidationsstabilität schlecht ist oder wenn es unter mechanischer Scherung auseinanderfällt. Hersteller und Wartungsfachleute müssen das vollständige technische Datenblatt lesen, statt sich allein auf den Tropfpunkt zu verlassen.

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