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Bergbau und Gewinnung

Kontrollwäger

Englisch: check weigher

Von den Bergleuten angestellte Person, die das Gewicht des geförderten Materials überprüft und so die ordnungsgemäße Bezahlung sicherstellt.

Kontrollwäger: die Waage der Gewerkschaft, der Lohn des Bergmanns

Ein Kontrollwäger ist ein Arbeiter, den die Bergleute selbst bestellen, nicht die Unternehmensleitung, um unabhängig das Gewicht der geförderten Erze, Kohle oder Mineralien an Schacht oder Grubenkopf zu überprüfen. Die Rolle entstand, weil die Gewichtsbestimmung die Bezahlung regelt: Der Lohn eines Bergmanns hängt von der geförderten Tonnage ab, wodurch die Waage und ihr Bedienender zu einem kritischen Kontrollpunkt zwischen Arbeit und Einkommen werden. Der Kontrollwäger steht bei der Waage mit eigener Autorität, beobachtet die Anzeige und notiert die Messwerte, fungiert als neutraler Zeuge, um Lohnkürzungen zu verhindern.

Historisch war die Stelle am häufigsten im Kohlebergbau in Großbritannien und Nordeuropa verbreitet, wo Tageslohnsysteme im 19. und 20. Jahrhundert durch Akkordlohn abgelöst wurden. Mit der Mechanisierung der Gruben und größeren Mengen an feststehenden Brückenwaagen oder Schachtwaagen wurde die Rolle des Kontrollwägers formalisiert. Sie arbeiteten typischerweise in wechselnden Schichten, anwesend bei allen Wiegevorgängen, überprüften Gewichte gegen Kontrollzetteln und die eigenen Marken oder Marken des Bergmanns. In manchen Gruben waren zwei Kontrollwäger gleichzeitig tätig, um Absprachen auszuschließen.

Die Stelle deckte echte Probleme bei Genauigkeit und Zuverlässigkeit auf. Waagen konnten vorsätzlich oder durch Verschleiß falsch kalibriert sein, Messwerte konnten falsch notiert werden, feuchte Kohle wiegt schwerer, und das Management ignorierte dies manchmal. Ein Kontrollwäger musste grundlegende Metrologie verstehen, eine fehlerhafte Balkenwage oder Balance erkennen können und die Autorität haben, den offiziellen Wäger ohne Angst vor Vergeltung in Frage zu stellen. In der Praxis wurden Kontrollwäger oft von Gewerkschaftsausschüssen oder Logen gewählt, was ihnen ein von der Zeche unabhängiges Mandat gab.

Die Position ging nach den 1960er Jahren stark zurück, da mechanisierte Schüttvorrichtungen, Förderanlagen und automatische Wägezellen das Bedürfnis nach menschlichem Urteil bei der Waage reduzierten und die Verschiebung zu Gehältern die Abhängigkeit vom Akkordlohn minderte. Heute ist die Rolle weitgehend historisch, obwohl der Begriff in Gewerkschaftsdokumentationen und Bergbaudenkmälern fortbesteht. Ihre Existenz spiegelt eine grundlegende Wahrheit der Bergbauökonomie wider: Der Mensch, der die Waage abliest, hat Macht, und die Arbeiter organisierten sich, um sicherzustellen, dass diese Person ihnen antwortet, nicht dem Unternehmen.

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