SpracheEnglishDeutsch
Bergbau und Gewinnung

Fret

Englisch: fret

Die abgenutzten Uferkanten von Flüssen, wo sich Erze oder erzhaltiges Gestein nach dem Abspülen von höher gelegenen Stellen ansammeln und Bergleuten so die Lage von Erzadern anzeigen.

Fret: Erosionsablagerungen, die auf Erze weiter oben hindeuten

Ein Fret ist eine natürliche Ansammlung von Erzfragmenten oder erzhaltigen Steinen, die man an Flussufern und in Bachbetten findet. Sie entstehen durch Wassererosion von Mineraladern höher oben im Einzugsgebiet. Wenn ein Fluss Felswände abgetragen oder mineralisiertes Gestein durchschnitten hat, lösen sich Erzfragmente los und werden von der Strömung flussabwärts transportiert, wo sie sich in ruhigeren Bereichen und entlang der Ufer absetzen. Bergleute nutzen Frets als Feldanzeiger: Ihre Gegenwart und Zusammensetzung zeigen an, dass es flussaufwärts bauwürdige Mineralvorkommen gibt, weshalb sie für die Erkundung vor der Anlage von Schächten oder Stollen unerlässlich sind.

Das Fret bildet sich in den erodierten oder verwitterten Abschnitten von Flussufern, wo die Strömungsgeschwindigkeit ausreicht, damit schwerere Steine sich absetzen. Flusswindungen, breitere Becken und die Innenseiten von Mäandern sind typische Fundstellen. Die Erzfragmente sammeln sich nicht in einer gleichmäßigen Schicht, sondern als verstreute Ankonzentration durchmischt mit Sand, Kies und Ton, manchmal in Linsen oder Nestern. Der Gehalt eines Frets, also das Verhältnis von Erz zu taubem Gestein, variiert je nach Mächtigkeit der Ausgangsader und Transportdistanz; das Material wird mit zunehmender Entfernung feiner und stärker verteilt.

Ein erfahrener Bergmann untersucht ein Fret durch Handstücke und Analyse. Wenn das Fret grobe Fragmente von Kupfer, Bleiglanz oder Kassiterit enthält, ist die Ausgangsader wahrscheinlich nicht weit flussaufwärts und vermutlich beachtlich. Treten nur Feinstaub oder kleine Flocken auf, kann das Erz weit entfernt oder schwach sein. Richtung und Verteilungsmuster des Frets um Flusswindungen deuten auch auf Neigung und flussaufwärtige Richtung der Ausgangsader hin. In Regionen mit parallel zu Tälern verlaufenden Adern kann ein starkes Fret in einem Tal direkt zu Lagerstätten führen; bei komplexerer Geologie ist es ein Hinweis unter vielen.

Das Fret ist am nützlichsten in Regionen, wo Oberflächenwasser aktiv durch mineralisiertes Gestein schneidet: Gebirgsfüße, eiszeitlich geprägte Höhenlagen und tropische Gebiete mit hohen Niederschlägen und steilen Gefällen. In flachen oder trockenen Regionen fließen Bäche möglicherweise zu langsam, um Erz anzusammeln, und in dicht bewaldeten Gebieten kann alluviales Sediment das Fret überlagern. Der Begriff selbst stammt aus der bergbautechnischen Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts aus dem Pennine und den walisischen Bergbaurevieren, wo das Fetting von Blei, Kupfer und Zinn in Kalk- und Schieferflüssen eine anerkannte Prospektionsmethode war.

Frets sind auch heute noch relevant im Klein- und Kunstbergbau, wo Kapital für tiefe Erkundung knapp ist, sowie in wissenschaftlichen Prospektionsstudien. Die moderne geochemische Bachsedimentbeprobung hat die alte Fret-Methode formalisiert: Proben werden in Abständen flussabwärts gesammelt, zerkleinert und auf Metallgehalt analysiert. Das Prinzip ist identisch: Der Fluss ist das Werkzeug des Prospektors, und die Lagerstätte ist die in Stein geschriebene Botschaft.

Mehr aus Mining and extraction

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.