SI
Initialism for Zündanlage mit Fremdzündung.
SI: Ottomotoren, die eine Zündkerze zum Zünden benötigen
Ein Ottomotor ist ein Motor, bei dem ein gezielter elektrischer Zündfunke das Kraftstoff-Luft-Gemisch im Zylinder entzündet. Der Funke wird von einer Zündkerze erzeugt, die zu einem präzisen Zeitpunkt während des Verdichtungstakts zündet, üblicherweise wenige Grad vor dem oberen Totpunkt. Dies unterscheidet Ottomotoren von Selbstzündern (Dieselmotoren), bei denen sich der Kraftstoff durch die Verdichtungshitze von selbst entzündet.
Die Zündkerzenspannung in einem typischen Ottomotor liegt je nach Zündsystem und Motorlast zwischen 5.000 und 20.000 Volt. Moderne Ottomotoren nutzen entweder Induktionszündspulen oder Kondensatorentladungssysteme, um diese hohe Spannung zu erzeugen. Der Zündzeitpunkt muss sorgfältig gesteuert werden: Zündet der Funke zu früh, erreicht der maximale Verbrennungsdruck den oberen Totpunkt, bevor der Kolben ankommt, was Energie verschwendet; zündet er zu spät, läuft die Verbrennung über den Arbeitstakt hinaus, was die Effizienz senkt und übermäßige Wärme erzeugt.
Ottomotoren haben niedrigere Verdichtungsverhältnisse als Dieselmotoren, typisch zwischen 8:1 und 12:1, da sich das Kraftstoff-Luft-Gemisch bei zu hoher Verdichtung von selbst entzünden würde. Dies ermöglicht die Verwendung leichterer Kraftstoffe und einfacherer Kraftstoffsysteme, kostet aber Wirkungsgradeinbußen. Benzin, Flüssiggas und Wasserstoff lassen sich alle in Ottomotoren verbrennen, was sie flexibel für verschiedene Kraftstoffquellen macht.
Die wichtigsten Ausfallarten bei der Ottomotor-Zündung sind Zündkerzenverschmutzung durch Ölablagerungen oder Kohlenstoffbeläge, Verschleiß der Elektrodenlücke durch wiederholte Funkenentladung sowie Ausfälle von Zündspule oder Steuermodul. Das Kaltstart-Verhalten von Ottomotoren ist besonders anspruchsvoll, da das Gemisch bei niedrigen Temperaturen angereichert werden muss, um zuverlässig zu zünden. Dies erfordert ein Choke-System oder elektronische Gemischanreicherung.
Ottomotoren dominieren leichte Nutzfahrzeuge und kleine Maschinen wegen ihrer Einfachheit, Kostengünstigkeit und Reaktionsfähigkeit auf schnelle Gaspedalwechsel. In Industrie- und Marineanwendungen sind sie in kleineren Generatoren und Hilfsmotoren weit verbreitet. Der Begriff SI wird hauptsächlich in Ingenieur- und Regelungskontexten verwendet; er erscheint in Abgasnormen, Motorklassifizierungsschemata und technischen Spezifikationen statt in alltäglicher Sprache.