Fallhammer
Englisch: drop hammer
Ein schweres Gewicht, das angehoben und dann fallen gelassen wird, verwendet beim Rammen und Fallschmieden.
Fallhammer: schwerkraftbetriebenes Schlagwerkzeug zum Formen und Treiben
Ein Fallhammer ist eine Maschine, die ein schweres Gewicht anhebt und es frei auf ein Werkstück oder eine Pfahl fallen lässt, wobei sie gravitationales Potential in einen einzigen konzentrierten Schlag umwandelt. Die fallende Masse trifft darunter liegende Gesenke, Ambos oder Pfähle mit einer Kraft, die proportional zu ihrem Gewicht und der Fallhöhe ist. Dieses einfache Prinzip hat Fallhämmer seit über zwei Jahrhunderten in der Schmiederei, bei der Pfahlinstallation und bei der Schrottverarbeitung unverzichtbar gemacht.
Die grundlegende Konstruktion besteht aus einem Gestell, einem geführten Amboß oder Oberstempel, einem fallenden Stempel oder Gewicht (üblicherweise 500 kg bis 5 Tonnen) und einem Hubmechanismus. Der Stempel wird entweder mit einer Handkurbel, einem Fußtritt oder durch mechanisierte Maschinen angehoben, dann oben durch einen Fanghaken oder eine Kupplung gehalten. Bei der Freigabe fällt der Stempel frei unter der Schwerkraft und trifft den Unterstempel mit enormer Kraft. Der Bedienende positioniert das Werkstück zwischen Ober- und Unterstempel und fährt dann die Maschine durch. Wiederholte Schläge bearbeiten das Metall, während es heiß ist, und formen es schrittweise in die gewünschte Form.
Varianten und Anwendungen
Pfahltreibhämmer, manchmal auch Pfahltreiber genannt, sind für wesentlich schwerere Arbeiten gebaut und lassen Gewichte von 1 bis 10 Tonnen aus Höhen von 3 bis 6 Metern fallen, um Stahl- oder Holzpfähle tief in den Boden für Fundamente zu treiben. Fallschmiedehämmer arbeiten mit geringeren Gewichten (300 bis 1000 kg) und höheren Geschwindigkeiten und treffen heiße Stahlblöcke präzise, um fertige Schmiedestücke wie Schraubenschlüssel, Achsen und Motorenteile herzustellen. Mit Dampf betriebene Schlagmaschinen sind eine mechanisierte Variante, die den Stempel mit Dampfzylindern anhebt und viel schnellere Arbeitszyklen ermöglicht als Hand- oder Fußbetrieb.
Probleme entstehen durch Ermüdung im Gestell und in den Stempeln infolge wiederholter Schläge, Verschleiß der Führungssäulen und Versatz in der Schlagposition, wenn die Führungen locker werden oder sich verformen. Die Maschine ist von Natur aus laut und erzeugt Vibrationen, die von der umgebenden Struktur isoliert werden müssen. Die Sicherheitsrisiken sind erheblich: unzureichende Handfreiheit, plötzliche Auslösung oder herabfallende Werkzeuge schaffen Quetsch- und Schnittrisiken. Angemessene Schutzvorrichtungen, klare Betriebsverfahren und regelmäßige Überprüfung der Fankmechanismen sind unverzichtbar.
Der Name spiegelt den Mechanismus wider: Der Hammer (der Stempel und sein angebrachter Gesenk) wird buchstäblich fallen gelassen. Im Schmiedehandwerk unterscheidet der Begriff Fallhämmer von Schwalbenschwanzblöcken, Abkantpressen und motorgetriebenen Schlagmaschinen, wobei die Grenzlinie manchmal verschwommen ist. Der moderne industrielle Betrieb hat Fallhämmer weitgehend durch hydraulische und mechanische Pressen ersetzt, die bessere Geschwindigkeit, Wiederholbarkeit und Sicherheit bieten; allerdings sind Fallhämmer weiterhin in kleinen Werkstätten, bei kundenspezifischen Schmiedestücken und in der Schrottverarbeitung im Einsatz, wo ihre Einfachheit und niedrigen Kapitalkosten ihre inhärente Rauhheit rechtfertigen.