Kippnivellier
Englisch: dumpy level
Nivellier mit kurzem Fernrohr, meist ein inverses, starr auf einem Tisch befestigt, der nur drehbar in der Horizontalebene beweglich ist.
Nivellierlatte: das Arbeitsmikroskop des Vermessers
Eine Nivellierlatte ist ein Vermessungsinstrument, das aus einem kurzen Teleskop besteht, das starr auf einem rotierenden Kopf montiert ist und auf einem Stativ sitzt. Das Teleskop kann nicht nach oben oder unten gekippt werden; es dreht sich nur in der horizontalen Ebene. Diese feste Geometrie ist das charakteristische Merkmal der Nivellierlatte und unterscheidet sie grundlegend von Kippnivelliern oder Transittachymeter, die eine vertikale Verstellung ermöglichen. Das Instrument erzeugt eine perfekt waagerechte Visierlinie und vergleicht Höhen durch das Ablesen einer graduierten Messlatte, die an verschiedenen Stationen senkrecht gehalten wird.
Die meisten Nivellierlatte verwenden ein umkehrendes Teleskop, das heißt, das Bild erscheint durch das Okular betrachtet verkehrt herum. Diese Konstruktionswahl bot bei älteren Instrumenten mechanische Einfachheit und Dauerhaftigkeit; die Umkehrung ergibt sich natürlich aus der Linsenanordnung, ohne dass zusätzliche Prismen erforderlich sind. Das Teleskop ist normalerweise 15 bis 20 cm lang, und das gesamte Nivellier wiegt zwischen 2 und 3 kg. Eine eingebaute Libelle oder ein automatischer Pendelausgleich hält die Visierlinie waagerecht, solange das Stativ von Anfang an grob waagerecht steht.
Nivellierlatte eignen sich hervorragend für unkomplizierte Höhenübertragung und Geländenivellierung. Ein Vermesser stellt das Instrument an einem günstigen Mittelpunkt zwischen zwei Lattenmaßstäben auf, nimmt Ablesungen an jedem vor und berechnet den Höhenunterschied. Für Abraum- und Auftragsarbeiten, Entwässerungsplanung und kleinflächige Nivellieraufnahmen bleibt die Nivellierlatte praktisch und kostengünstig. Das feststehende Teleskop bedeutet jedoch, dass der Vermesser nicht direkt bergauf oder bergab visieren kann; das Instrument muss zwischen den zu vergleichenden Punkten stehen, oder die Arbeit muss sich bocksprungweise über steiles Gelände fortsetzen.
Die wichtigste operative Herausforderung besteht darin, sicherzustellen, dass die Stativbasis vor Arbeitsbeginn ausreichend waagerecht ist. Viele ältere Nivellierlatte verfügen über keinen Ausgleich, sodass jede Neigung des Instruments einen Fehler einführt. Windvibration beeinträchtigt die leichte Konstruktion, und das umgekehrte Bild erfordert Übung beim schnellen Ablesen. Staub und Feuchtigkeit können die Linse beschlagen und die Empfindlichkeit der Libelle verschlechtern, daher sind Schutz und regelmäßige Wartung wichtig.
Der Begriff "Nivellierlatte" leitet sich wahrscheinlich von dem gedrungenen, kompakten Profil des Instruments im Vergleich zu längeren Tachymetern ab. Heute haben elektronische digitale Nivelliere und Lasernivelliere Nivellierlatte bei kommerziellen Projekten weitgehend ersetzt, aber sie bleiben im Schulungsbereich, bei Wartungsarbeiten und in Situationen, in denen Zuverlässigkeit und Einfachheit geschätzt werden, im Einsatz. Die Nivellierlatte stellt eine ausgereifte mechanische Konstruktion dar, die sich vom frühen zwanzigsten Jahrhundert an kaum änderte, ein Zeichen sowohl ihrer Wirksamkeit als auch der Ankunft neuerer Technologien.