DVD-Laufwerk
Englisch: DVD drive
Optisches Laufwerk zum Lesen von Daten auf DVDs und gegebenenfalls zum Beschreiben von DVDs.
DVD-Laufwerk: Laserleser für 4,7-GB-Speicherscheiben
Ein DVD-Laufwerk ist ein optisches Laufwerk, das Daten liest, die mit einem Laserstrahl auf eine spiralförmige Datenspur einer Polycarbonatscheibe geprägt sind. Die meisten industriellen DVD-Laufwerke können auch Daten auf leere beschreibbare Medien schreiben. Das Laufwerk dreht die Scheibe mit Geschwindigkeiten zwischen 1x (konstante Lineargeschwindigkeit um 3,49 m/s) und 16x, je nach Datenschicht und Schreibgeschwindigkeit. Eine einfache DVD fasst 4,7 Gigabyte, eine zweischichtige Scheibe 8,5 Gigabyte. Die Laserwellenlänge beträgt 650 Nanometer (rotes Licht), kürzer als die 780 nm in CD-Laufwerken, was engere Spurabstände und kleinere Strukturen ermöglicht.
DVD-Laufwerke gibt es in mehreren Bauformen: 5,25-Zoll-Externe, 3,5-Zoll-interne Desktop-Laufwerke und 2,5-Zoll-tragbare Externe. Nur-Lese-Laufwerke (DVD-ROM) sind in Industriesteuerungen und Kiosksystemen verbreitet, wo Datenintegrität kritisch ist. Lese-Schreib-Laufwerke akzeptieren DVD-R (einmalig beschreibbar) und DVD+R Medien; manche unterstützen auch DVD-RW (wiederbeschreibbar), allerdings verschleißt das Polycarbonat bei Umschreibvorgängen und die Zuverlässigkeit sinkt. Die Schnittstelle ist typisch SATA bei modernen Geräten; ältere Laufwerke nutzen IDE oder SCSI.
Verschleiß und Ausfallarten
Die Laserdiode verschleißt mit der Zeit, besonders in Laufwerken im kontinuierlichen Betrieb in Fabriken oder Archiven. Die Nennlebensdauer des Laserkopfes liegt typisch zwischen 10.000 und 50.000 Betriebsstunden. Das Spindellager versagt durch Verschmutzung in staubigen Industrieumgebungen. Scheibenfehler sind häufig: Das Polycarbonatsubstrat kann sich über 55 Grad Celsius verformen, und Herstellungsfehler in der reflektierenden Schicht verursachen Lesefehler an bestimmten Scheibenpositionen. Thermische Wechselbelastung bei wiederholten Schreibvorgängen mindert die Schreibqualität, besonders gegen Ende der nutzbaren Fläche einer beschreibbaren Scheibe.
In Fertigung und Logistik werden DVD-Laufwerke noch für die Sicherung von CAD-Dateien, Firmware-Verteilung und Compliance-Unterlagen genutzt, wenn 20 Jahre Datenspeicherung erforderlich sind. Manche industrielle Steuerungen und CNC-Maschinen lesen Initialisierungsparameter beim Start von DVD-ROM. Allerdings ist die Verbreitung seit 2010 gesunken, da USB-Speicher und Netzwerk-Boot zuverlässiger und schneller sind.
Das Kürzel DVD stand ursprünglich für Digital Versatile Disc, wurde später aber in Digital Video Disc geändert. Der Begriff "Laufwerk" unterscheidet den Hardware-Mechanismus vom Medium selbst. Im Handel bedeutet "DVD" ohne weitere Angabe normalerweise DVD-ROM; Schreibfähigkeit wird explizit als "DVD-Brenner" oder "DVD-RW-fähig" angegeben.