Thermodrucker
Englisch: thermal printer
Drucker, der durch Wärmeanwendung auf ausgewählte Bereiche speziell behandelten Papiers arbeitet.
Thermaldrucker: Wärme statt Tinte
Ein Thermaldrucker bedruckt Papier, indem er einen Druckkopf auf Temperaturen von etwa 200 bis 350 Grad Celsius erhitzt und damit eine chemische Reaktion in der Papierbeschichtung auslöst. Das Papier selbst ist das Verbrauchsmaterial: Es hat eine Verdunkelungsschicht (üblicherweise ein Leuco-Farbstoff gemischt mit Entwickler und Bindemittel), die schwarz wird, wenn sie über ihre Aktivierungstemperatur hinaus erhitzt wird. Es gibt keinen Tintenbehälter, kein Farbband, keine Tonerkartusche. Der Druckkopf enthält hunderte winziger Heizwiderstände, die in einer Reihe angeordnet sind, typischerweise mit 203 oder 300 Punkten pro Zoll.
Zwei verschiedene Bauarten dominieren das Geschäft. Direkt-Thermaldrucker geben Wärme direkt auf beschichtetes Papier ab, was bedeutet, dass das Papier mit der Zeit verblasst oder bei Hitze, Licht oder Feuchtigkeit nachdunkelt. Sie sind preiswert im Betrieb und schnell, weshalb sie Standard für Versandetiketten, Quittungen, Eintrittskarten und temporäre Dokumente sind. Thermotransfer-Drucker nutzen einen erhitzten Druckkopf, um Wachs oder Harz von einem Farbband auf normales Papier oder Etikettenmaterial zu schmelzen und erzeugen so ein dauerhaftes Bild. Transferdrucker kosten pro Etikett mehr, weil sie Farbband verbrauchen, aber die Ausgabe hält viel länger und widersteht Feuchte und Abrieb, deshalb werden sie für Produktetiketten, Barcode-Verfolgung und Archivdokumente bevorzugt.
Der Hauptvorteil liegt in Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Kein beweglicher Schlitten, kein mechanischer Verschleiß am Farbband oder Papierlaufwerk. Ein Direkt-Thermaldrucker kann 4 bis 8 Zoll Etikett pro Sekunde ausgeben. Der Druckkopf verschmutzt selten, weil keine Flüssigkeit beteiligt ist. Die Wartung ist minimal: Gelegentliches Reinigen des Druckkopfs mit Isopropylalkohol entfernt Papierstaub und Beschichtungsrückstände, die den Kontakt beeinträchtigen können. Die Hauptschwäche ist die Umweltempfindlichkeit. Direkt-Thermalpapier verdunkelt sich, wenn es in der Nähe von Wärmequellen, in der Sonne oder in feuchter Lagerung aufbewahrt wird; auf diese Weise bedruckte Etiketten sollten nicht im Freien oder in unklimatisierten Lagern archiviert werden. Transferfarbband kann reißen, wenn der Drucker zu straff eingestellt ist oder wenn das Farbband falsch eingelegt wird.
Wo der Thermaldrucker in den Workflow passt
Thermaldrucker sind die Arbeitspferde von Logistik, Einzelhandel und jeder Operation, die hochvolumige, kurzlebige Dokumente ausstellt. Ein Lager, das 500 Pakete pro Tag versendet, wird Direkt-Thermaldrucker an den Verpackungsstationen haben. Eine Fabrik, die Komponenten nachverfolgt, wird Thermotransfer-Drucker nutzen, um Behälter und Behältnisse zu beschriften. Daten aus einem Lagerverwaltungssystem oder einer Versandsoftware werden über Seriell-, USB- oder Ethernet-Verbindung an den Drucker gesendet, oft in einer Seitenbeschreibungssprache wie ZPL (Zebra Programming Language). Der Drucker interpretiert den Code, schaltet die Heizwiderstände in der richtigen Reihenfolge ein und erzeugt das Etikett ohne Softwaretreiber auf dem Host-Computer.
Kosten pro Etikett sind die entscheidende Metrik. Direkt-Thermalpapier kostet 0,02 bis 0,05 Dollar pro Stück; Thermotransferetiketten und Farbband zusammen kosten 0,05 bis 0,15 Dollar je nach Größe und Material. Bei Millionen von Versänden pro Jahr rechtfertigt dieser Unterschied eine parallele Flotte von Druckern. Der Name Thermaldrucker spiegelt das Funktionsprinzip wider, nicht die Anwendung. Es ist ein älterer Begriff; neuere Kataloge nennen diese Geräte manchmal Direkt-Thermaldrucker oder Thermotransfer-Drucker um präzise zu sein, aber das Handwerk nutzt Thermaldrucker immer noch als Kurzform für beide Typen.