Spurkranz-Schiene
Englisch: edge rail
Schiene, auf deren Kanten die Räder des Wagens abrollen und durch Flansche geführt werden.
Spurkranz-Schiene: die Schiene, auf der die Räder mit ihren Spurkränzen laufen
Eine Spurkranz-Schiene ist ein Schienenquerschnitt, bei dem der Spurkranz des Rades (die nach innen gerichtete Lippe eines Eisenbahnrades) entlang der äußeren Kante oder Seitenfläche des Schienenkopfes läuft, nicht auf der oberen Fläche. Das unterscheidet sich von der flachen Schiene, die auf modernen Bahnen üblich ist, wo die Räder auf der breiten Oberfläche laufen und Spurkränze hauptsächlich zur Zentrierung dienen. Spurkranz-Schienen waren das dominierende Profil in der frühen Eisenbahnbauzeit, besonders in Großbritannien und auf Industrie-Trambahnen.
Charakteristisch ist der Querschnitt der Schiene: sie hat eine schmale, fast senkrechte Lauffläche auf einer oder beiden Seiten, wobei der Spurkranz des Rades gegen diese Seitenfläche drückt. Das Gewicht des Wagens wird durch den Kontakt zwischen Rad und Schiene getragen und durch die seitliche Kraft des Spurkranzes in Position gehalten. Dieses Design war praktisch für niedrige Geschwindigkeiten und funktionierte gut auf leichten Gleisen, weil es die Seitenkräfte auf die Gleiskonstruktion reduzierte.
Spurkranz-Schienen waren weit verbreitet auf Kohlebergwerk-Bahnen, Steinbruch-Strecken und frühen städtischen Trambahnen im 19. Jahrhundert. Sie wurden oft in Granitpflaster oder direkt auf Straßen verlegt, bündig eingebaut, sodass Karren mit normalen Rädern neben ihnen fahren konnten. Das Schienprofil verbrauchte weniger Eisen als moderne Ausführungen, was wirtschaftlich war, wenn Metall teuer war. Mit steigenden Geschwindigkeiten und schwereren Lasten kam die allmähliche Umstellung auf flache Schienen, da diese bessere Radunterstützung und vorhersehbarere Dynamik boten.
Der Begriff lebt in historischen und Museumsbahn-Kontexten weiter. Moderne Spurkranz-Schienentech ist für den Fahrbetrieb faktisch obsolet, wird aber auf Museumsbahnen in Repliken gepflegt. Varianten umfassten doppelflanschierten Räder, die gleichzeitig auf beiden Schienenrändern liefen und Extra-Sicherheit bei steilen Steigungen oder scharfen Kurven boten. Das Erbe besteht in Industrieumgebungen fort: einige moderne Hängemonorail-Systeme und spezialisierte Materialfluss-Gleise nutzen immer noch Spurkranz-Prinzipien.
Spurkranz-Schienen erzeugen andere Verschleißmuster und Wartungsanforderungen als moderne Schienen. Die schmale Lauffläche konzentriert die Last auf kleinem Raum, was den Verschleiß beschleunigt; dafür ließ sich das kompakte Profil bei Gleisarbeiten leicht von Hand heben und verschieben. Das Verständnis für Spurkranz-Schienen-Erbe ist notwendig bei Arbeiten an erhaltenen Bahnen oder bei der Interpretation archäologischer Industriestätten.