Achsbelastung
Englisch: axle loading
Das Gewicht, das auf jede Achse eines Fahrzeugs wirkt.
Achslast: die Abwärtskraft, die jede Radsatzgruppe tatsächlich trägt
Die Achslast ist die von einer Achse eines Schienenfahrzeugs gestützte Masse, gemessen in Tonnen oder metrischen Tonnen. Sie ist das tatsächliche Gewicht, das durch eine einzelne Achsanordnung auf die darunter liegenden Schienen verteilt wird. Eine vierseitig angetriebene Lokomotive mit 80 Tonnen Gesamtgewicht verteilt dieses möglicherweise ungleichmäßig auf ihre Achsen; so könnte eine Achse 22 Tonnen tragen, während eine andere 18 Tonnen trägt. Diese Messung bestimmt unmittelbar, wie viel Spannung Schiene und Schwellen an jedem Kontaktpunkt aufnehmen müssen.
Die Gleisinfrastruktur unterliegt strikten Achslastgrenzen, typischerweise zwischen 16 und 32,5 Tonnen pro Achse, abhängig von Schienengüte, Schienenstärke und Schwellenabstand. Ein für Güterverkehr ausgebautes Gleisnetz kann 30 Tonnen pro Achse tragen, während eine für leichteren Betrieb gebaute Personenlinie nur 18 Tonnen akzeptiert. Die Grenzwerte zu überschreiten beschleunigt Verschleiß der Schienenkopffläche, führt zu Schwellensrissen und kann die Gleisgeometrie verformen. Netzbetreiber legen die maximale Achslast in ihren technischen Anforderungen fest; eine für ein Netz konstruierte Lokomotive oder ein Güterwagen können auf einem anderen Netz mit niedrigeren Grenzen unzulässig sein.
Lastverteilung und Federungskonstruktion
Die Achslast ist nicht einfach das Gesamtfahrzeuggewicht geteilt durch die Achsenanzahl. Das Federungssystem, einschließlich Federsteifigkeit und Dämpfung, bestimmt, wie sich die Last zwischen den Achsen beim Fahren verteilt. Eine steife Federung konzentriert das Gewicht an einem Ende; eine gut abgestimmte Federung verteilt die Last gleichmäßiger. Ungleichmäßige Lastverteilung entsteht auch durch Platzierung der Fracht in Güterwagen. Ein beladener Wagen mit Fracht konzentriert an einem Ende belastet die nähere Achse stärker, was möglicherweise zu Grenzüberschreitungen führt, selbst wenn das Gesamtgewicht zulässig ist.
Der Begriff erscheint in Vorschriften, Konstruktionsvorgaben und Instandhaltungsunterlagen. Rollmaterial muss vor Betriebsaufnahme auf einem bestimmten Netz gewogen oder berechnet werden, um die Achslast zu bestätigen. Die Messung der tatsächlichen Achslast erfordert Waagendaten für jede Achsenposition oder Berechnung aus Fahrzeugdaten und Frachtmanifesten. Im Laufe der Zeit können Verschleiß, Korrosion und Komponentenaustausch die Lastverteilung verschieben, weshalb regelmäßiges Neuwägen schwerer Güterwagen erforderlich ist.