Galvano
Englisch: electrotype
Druckplatte, hergestellt durch Galvanisierung einer Form, wie sie im Hochdruckverfahren verwendet wird.
Elektrotypie: Metalldruckplatte hergestellt durch Galvanisieren
Eine Elektrotypie ist eine Hochdruckplatte, die durch Galvanisieren einer leitfähigen Form entsteht, typischerweise angefertigt von einem Original-Schriftsatz oder einer Gravur. Das Verfahren erzeugt eine dünne Metallschale, gewöhnlich aus Kupfer, Nickel oder Chrom, die die Oberflächendetails des Originals in umgekehrter Form abbildet. Diese Schale wird dann mit Blei oder einem anderen Metall hinterlegt, um eine starre Platte für den Bleisatz herzustellen.
Der Elektrotypie-Prozess beginnt mit der Herstellung einer Form, früher aus Wachs, Gips oder Blei, die gegen die Original-Druckoberfläche gepresst wird. Diese Form wird dann elektrisch leitfähig gemacht, entweder durch Bestäubung mit Graphit oder durch Beschichtung mit einem leitfähigen Lack. Die Form wird in einem Galvanisierbad aufgehängt, wo sich Kupfer auf ihrer Oberfläche ablagert und eine Schale aufbaut, die typischerweise 0,05 bis 0,15 Zoll dick ist. Nach dem Entfernen und Ablösen von der Form wird diese Schale auf einer Metallunterlage montiert, um die richtige Druckhöhe zu erreichen, üblicherweise 0,918 Zoll für Standard-Bleisatz.
Elektrotypien erfüllten vor der Verbreitung der Offsetlithografie eine wichtige Funktion im kommerziellen Druck. Sie ermöglichten es Druckern, mehrere Kopien von kostspieligen Original-Gravuren oder gesetzten Seiten herzustellen, ohne den Satz neu anzulegen. Eine einzelne Gravur konnte dutzendmal elektrotypiert werden, was Bücher, Kataloge und Zeitungen für große Auflagen wirtschaftlich rentabel machte. Das Verfahren war besonders wertvoll zum Schutz von Original-Holzstichen oder Stereotypplatten vor Verschleiß.
Varianten und praktische Grenzen
Die Qualität einer Elektrotypie hängt vollständig von der Form und den Galvanisierbedingungen ab. Feine Details, besonders kleine Serifen oder dünne Linien, können während des Galvanisierens abgerundet oder gefüllt werden, wenn die Stromdichte nicht sorgfältig gesteuert wird. Kupfer-Elektrotypien sind leichter herzustellen und günstiger, nutzen sich aber schneller ab als Nickel- oder Chrom-Versionen. Tiefe, lange Textpassagen oder Vollflächen können während des Galvanisierens Elektrolyt einschließen und erzeugen Hohlstellen, die die fertige Platte schwächen.
Elektrotypien sind für Neuarbeiten heute weitgehend veraltet und wurden durch Fotopolymer-Platten und digitalen Offsetdruck ersetzt. Sie bleiben jedoch bedeutsam für die Erhaltung und den Neudruck historischer Texte, und spezialisierte Gießereien stellen sie weiterhin für Kunstdruck und Restaurierungsarbeiten her. Der Begriff bleibt im Druckvokabular als Bezeichnung für Produktionsmethoden des mittleren bis späten 20. Jahrhunderts bestehen, und die Unterscheidung einer Elektrotypie von einer Stereotypie oder Original-Gravur bleibt wesentlich beim Katalogisieren von historischen Druckmaschinen oder Restaurierungsprojekten.