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Drucktechnik

Ausschuss

Englisch: cancel

Das Unterdrücken oder Durchstreichen von Satz oder einer gedruckten Seite beziehungsweise mehrerer Seiten.

Cancel: Neudrucke von Seiten zur Fehlerkorrektur während des Drucks

In der Drucktechnik ist ein Cancel eine Ersatzseite oder Lage (gefalteter Druckbogen), die fehlerhaft bedrucktes Material überschreibt, das bereits in ein Buch eingebunden ist. Wenn ein Druckauftrag während des Laufs einen erheblichen Fehler auf einer fertig gedruckten Seite erkennt, wird nicht der ganze Druckauftrag vernichtet. Stattdessen stoppt die Druckmaschine, die fehlerhafte Seite wird neu gedruckt und die Exemplare werden mit dem Cancel über das Original geklebt oder aufgelegt. Das ist schneller und billiger, als den Bestand zu vernichten und die ganze Lage neu zu starten.

Cancels treten vor allem in der traditionellen Letterpress und im Offsetdruck auf, wo Korrektionen während des Laufs nicht ohne Produktionsstop möglich sind. Ein Satzfehler, eine Verschiebung oder ein Bildqualitätsmangel, der während der Kollationierung oder des Bindeprozesses entdeckt wird, führt zur Entscheidung, Cancels zu drucken. Die Ersatzseite muss auf identischem Papier und in der gleichen Schnittgröße hergestellt werden; sie wird an einer Kante über das Original geklebt und hinterlässt vom Rücken aus keine sichtbare Spalte. Bei großen Auflagen mehrseitiger Bücher rechtfertigte der Arbeitsaufwand diese Reparaturmethode.

Ein Cancel kann ein einzelnes Blatt sein, ist aber häufiger eine ganze Lage, da der Neudruck eines Teilbogens Papier verschwendet. Der Begriff erstreckt sich auch auf Cancellans (das eingezogene Material) und Cancellendum (das Material, das eingezogen werden soll). In seltenen Fällen gab ein Verlag Cancels Monate nach der ursprünglichen Bindung aus und versendete sie separat an Distributoren oder Bibliotheken zur Einfügung in den restlichen Bestand. Der Digitaldruck hat die Notwendigkeit für Cancels beinahe vollständig beseitigt; Fehler werden in Korrekturabzügen erkannt und Print-on-Demand ermöglicht Neudrucke ohne Lagerverschwendung.

Die Praxis hinterließ Spuren in der Raritetätenkunde. Sammler vermerken Cancels als Hinweise auf Produktionskorrektionen oder gelegentlich auf beabsichtigte Textunterdrückung. Bibliographen unterscheiden Cancels von der arbeitsintensiveren Praxis, ganze Lagen neu zu binden. Der Begriff stammt vom lateinischen cancellare, was bedeutet, mit einem Gitter oder Raster durchzustreichen, was das Aussehen von durchgestrichener Type widerspiegelt.

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