Sexagesimo-quarto
Englisch: sexagesimo-quarto
Ein Buchformat (1,87 bis 2,5 Zoll mal 2,5 bis 3,125 Zoll), das dem Papierformat entspricht.
Sexagesimo-quarto: ein winziges Buchformat aus alter Papierfalttechnik
Sexagesimo-quarto oder 64mo ist ein Buchformat, das durch sechsfaches Falten eines großen Papierblattes entsteht und dabei 64 Blätter oder 128 Seiten im fertigen Bund ergibt. Die resultierenden Seitendimensionen liegen typischerweise zwischen 4,7 und 6,4 Zentimetern in der Breite und 6,4 bis 7,9 Zentimetern in der Höhe, je nach Größe des Originalblattes und Druckmaschinenkonfiguration. Dies macht es zu einem der kleinsten praktikablen Buchformate überhaupt, geeignet nur für Taschenausgaben, miniaturisierte Nachschlagewerke oder Novelty-Bände.
Der Begriff stammt aus dem Lateinischen sexagesimo-quarto, was "im vierundsechzigsten" bedeutet und die mathematische Beziehung beschreibt: ein entfaltetes Blatt, das in 64 Teile unterteilt ist. Jede aufeinanderfolgende Falte halbiert die Seitenzahl. Ausgehend von einem vollen Blatt (1 Blatt) ergibt eine Falte Folio (2 Blätter), zwei Falten ergeben Quart (4 Blätter), drei Falten bringen Oktav hervor (8 Blätter), und so weiter durch Sextodezimo (16), Trigesimo-secondo (32) und schließlich Sexagesimo-quarto (64). Diese Nomenklatur stammt aus Handeinband-Praktiken und ist in Druckspezifikationen verankert, obwohl die moderne industrielle Produktion längst andere Wege geht.
Sexagesimo-quarto-Bücher stellten echte Fertigungsprobleme dar. Das Papier musste hochwertig und dünn genug sein, um sechs Falten ohne Risse oder Bruchstellen zu verkraften. Der Bund selbst wurde schwer handhabbar und ließ sich von Hand kaum kollationieren; Bindereieausrüstungen für Standard-Formate wie Oktav oder Duodezimo brauchten erhebliche Anpassungen. Der Druckprozess verlangte präzise Passergenauigkeit über sechs Faltstufen hinweg. Aus diesen Gründen blieb das Format auf spezialisierte Arbeiten beschränkt: diplomatische Miniaturen, Taschen-Almanache, winzige Gebetbücher und gelegentlich Kinderbücher, wo die physische Kleinheit der einzige Verkaufsargument war.
Im frühen 20. Jahrhundert war Sexagesimo-quarto fast völlig aus dem kommerziellen Gebrauch verschwunden. Der moderne Offset-Druck mit seiner Abhängigkeit von Bogenmaschinen und Rollendruckmaschinen, die auf Standardformate kalibriert sind, hat keine natürliche Unterstützung für eine solch extreme Verkleinerung. Heute überlebt der Begriff hauptsächlich in der historischen Bibliografie und in der spezialisierten Welt des Privatdrucks, wo gelegentlich Handbinder solche Formate als historische Kuriositäten oder Sonderaufträge nachbilden. Jedes zeitgenössische Sexagesimo-quarto-Buch ist eine bewusste, arbeitsintensive Ausnahme und kein wirtschaftlich sinnvoller Produktionsweg.