Entrelac
Englisch: entrelac
Stricktechnik zur Erzeugung eines strukturierten Rautenmuster aus miteinander verbundenen Quadraten in zwei verschiedenen Ausrichtungen.
Entrelac: verschachtelte Strickquadrate, die sich selbst verflechten
Entrelac ist eine Stricktechnik, die durch das Stricken kleiner rechteckiger Abschnitte in einer bestimmten Reihenfolge ein Gewebe mit rautenförmigen Facetten erzeugt und diese dann ohne Fadenschneiden miteinander verbindet. Die fertige Oberfläche sieht gewebt statt gestrickt aus und entsteht durch den Kontrast zwischen Quadratflächen, die in verschiedenen Winkeln angeordnet sind. Das Ergebnis ist ein dichtes, strukturiertes Gewebe, das flach anliegt und seine Form gut hält. Das macht es beliebt für Kleidungsstücke und Decken, bei denen es weniger auf den Fall als auf die Substanz ankommt.
Die Technik funktioniert, indem man eine geringe Anzahl von Maschen anschlägt, ein Quadrat strickt und dann entlang einer Kante dieses Quadrats Maschen aufnimmt, um ein neues Quadrat senkrecht dazu zu stricken. Jeder neue Abschnitt verbindet sich mit seinen Nachbarn durch gemeinsame Kantenschleifen. Ein typisches Projekt arbeitet fünf bis acht Reihen dieser Quadrate, wobei jede Reihe versetzt angeordnet ist, sodass die Quadrate in die Lücken darunter passen. Die Ausrichtung wechselt bewusst: eine Reihe verläuft von links nach rechts, die nächste von rechts nach links und erzeugt so das visuelle Rautenmuster.
Entrelac erfordert Aufmerksamkeit und gleichmäßige Spannung, denn Fehler beim Aufnehmen von Maschen oder fallen gelassene Maschen werden sofort über die ganze Quadratfläche sichtbar. Die meisten arbeiten von Hand statt maschinell, wobei Industrie-Jacquardwebstühle den Effekt annähern können. Das Gewebe verbraucht mehr Garn als glatte Maschenware gleicher Größe, weil der Faden mehrere Quadratumfänge nach oben und zur Seite verlaufen muss. Ein einfarbiges Entrelac kann hart wirken; viele Stricker wechseln zwischen den Abschnitten die Farben oder verwenden mehrfarbiges Garn, um die geometrische Wirkung zu mildern.
Der Name stammt vom französischen Verb entrelacer, was verflechten oder verweben bedeutet. Obwohl die Technik in der modernen Strickerei ab den 1980er Jahren in Mode kam, finden sich ähnliche ineinandergreifende Quadratstrukturen in historischen Textilien und in einigen traditionellen Strickmustern Osteuropas. Entrelac bleibt teilweise aus der Massenproduktion ausgeschlossen, weil es Geschick und Geduld verlangt, aber auch weil das geometrische Muster in einigen Kontexten schnell überholt wirken kann, übergestaltet wirkt im Vergleich zu flüssigeren Zopf- oder Lochmusterstrukturen.