Eingangswinkel
Englisch: entrance
Der Winkel, den der Bug eines Schiffes an der Wasserlinie mit dem Wasser bildet.
Einstieg: wie der Bug eines Schiffsrumpfs das Wasser durchschneidet
In der Schiffsbaukunst ist der Einstieg die Form des vorderen Endes eines Schiffsrumpfs an der Wasserlinie. Genauer gesagt beschreibt er den Winkel oder die Neigung, in der der Bug von über Wasser zu unter Wasser an der konstruktiven Wasserlinie übergeht. Ein feiner oder spitzer Einstieg bedeutet, dass der Bug zu einem engen Punkt kommt; ein voller oder stumpfer Einstieg bedeutet, dass der Bug breiter und rundlicher ist, fast quadratisch an der Wasserlinie.
Der Einstieg beeinflusst direkt, wie ein Schiff durchs Wasser geht. Ein feiner Einstieg verringert den Widerstand und ermöglicht höhere Geschwindigkeiten mit weniger Leistung, weshalb Rennsegelyachten und schnelle Handelsschiffe spitze, keilförmige Buganlagen haben. Ein stumpfer Einstieg erhöht die Auftriebskraft vorn und verbessert die Ladekapazität, weshalb Massengutfrachter und langsame, schwere Frachtschiffe vollere, gerundete Buganlagen haben. Der Kompromiss ist grundlegend: Feinheit gewinnt Geschwindigkeit, verliert aber Nutzlast; Fülle gewinnt Fracht, kostet aber Treibstoff und Geschwindigkeit.
Konstrukteure messen die Schärfe des Einstiegs mit dem Einstiegswinkel, dem Winkel zwischen der Wasserlinie und der Rumpffläche am Vorsteven, und dem Einstiegskoeffizient, der das tatsächliche untergetauchte Volumen des Einstiegs mit dem eines idealen Kegels vergleicht. Diese Werte variieren stark: Containerschiffe können Einstiegswinkel von 20 bis 30 Grad haben, während Fischereischiffe und Schlepper oft 40 bis 50 Grad oder steiler aufweisen.
Einstieg und Seegang
Ein feiner Einstieg kann in rauer See strukturelle Belastungen und Bewegungen erhöhen, weil die engen Bugspanten beim Aufprall auf Wellen achteraus pommern und nicht genug Volumen haben, um Wasser flüssig abzuleiten. Umgekehrt erzeugt ein stumpfer Einstieg in Wellen komfortablere Bewegungen und leitet Wasser natürlicher ab, allerdings auf Kosten von mehr Nässe auf dem Deck. Deshalb haben Offshore-Versorgungsschiffe und Fischereischiffe oft stumpfere Einstiegssektionen an Stelle höherer Geschwindigkeit, um Seetauglichkeit zu gewinnen.Der Einstieg ist verschieden vom Heck, das das hintere Ende des Rumpfs beschreibt. Zusammen definieren sie die Längsverteilung des untergetauchten Volumens. Historische Segelschiffe hatten oft feine Einstiegssektionen und volle Hecken, um das Gewicht von Steven und Kiel vorn mit Fracht und Ballast achtern auszugleichen. Moderne Containerschiffe kehren dies oft um, mit volleren Einstiegssektionen, um das Volumen vorn zu maximieren, wo die Container am höchsten gestapelt werden.
Die Einstiegsform beeinflusst auch die Trimmlage und die Lage des Auftriebs-Mittelpunkts. Ein feiner Einstieg konzentriert den Auftrieb weiter achtern, was die Trimmlage verbessern kann, wenn ein Schiff vorn schwer beladen ist. Schiffswerfter und Schiffsarchitekten müssen die Einstiegsgeometrie während der Designüberprüfung und des Rissprozesses überprüfen, weil Fehler hier nicht korrigiert werden können, wenn die Spanten geschnitten und der Rumpf aufgebaut ist.