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Bahntechnik

Eurobalise

Eine spezielle Art von Balise, die im European Train Control System verwendet wird.

Eurobalise: Fahrleitungs-Funkfeuer zur Zugerfassung im ETCS

Eine Eurobalise ist ein an der Strecke installiertes Funkfeuer zwischen oder neben Schienensträngen, das sicherheitskritische Informationen durch induktive Kopplung an vorbeifahrende Züge überträgt. Bei 27 MHz Betriebsfrequenz sendet es Daten an eine Bordantenne, wenn sich ein Zug nähert, in der Regel im Erfassungsbereich von 0,5 bis 2 Metern, je nach Antennenauslegung und Einbauhöhe. Das Gerät ist Teil des Europäischen Zugsicherungssystems (ETCS), das die vielfältigen nationalen Signalisierungsstandards europäischer Bahnen durch eine einheitliche Sicherheitsinfrastruktur ersetzt.

Das physische Funkfeuer sitzt in einem wetterfesten Gehäuse, das auf oder unter der Streckenstruktur montiert ist. Es enthält keine eigene Stromversorgung; stattdessen erzeugt die Bordsantenne des Zuges das elektromagnetische Feld, das das Funkfeuer kurzzeitig mit Strom versorgt und seine codierte Aussendung auslöst. Diese passive Bauweise macht Eurobalisen robust und wartungsarm gegenüber älteren Schleifensystemen. Jedes Funkfeuer überträgt ein 100-Byte-Telegramm mit Geschwindigkeitsbegrenzungen, Fahrterlaubnis, Streckengeometrie-Daten oder Fehlermeldungen, codiert nach ETCS-Baseline-Spezifikationen.

Installation und Einsatzvarianten

Eurobalisen werden an kritischen Sicherungspunkten positioniert: Annäherung an Signale, Übergänge zwischen ETCS-Levels, Nothalte und Neigungswechsel. ETCS Level 2 und 3 Implementierungen nutzen Eurobalisen als Ankerpunkte für absolute Zugposition, wenn GNSS-Signale unzuverlässig sind. Moderne Installationen kombinieren oft mehrere Funkfeuer in verknüpften Gruppen, damit Züge kohärente Befehlssätze erhalten. Einbautiefe, Gehäusematerial (typischerweise Edelstahl oder Aluminium) und Antennenausrichtung beeinflussen die Übertragungszuverlässigkeit bei Nässe, Frost und elektromagnetischem Rauschen von Fahrleitungen.

Der Name spiegelt die europäische Herkunft und Normung des Systems unter den Eisenbahn-Interoperabilitätsrichtlinien der Europäischen Union wider. Frühere punktgestützte Zugerfassung nutzte passive induktive Schleifen; Eurobalisen stellen einen Fortschritt in Reichweite und Datenkapazität dar. Betreiber müssen Funkfeuer mit spezifischen Adressen und Telegramm-Payloads in Betrieb nehmen und die Funktionsfähigkeit der Funkfeuer regelmäßig mit Strecken-Testausrüstung oder speziellen Prüffahrzeugen überprüfen, um sicherzustellen, dass keine stillen Ausfälle vorkommen.

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