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Bahntechnik

2-6-4

Nach der Whyte-Notation eine Dampflokomotive mit zwei Laufradsätzen, sechs gekuppelten Treibradsätzen und vier Nachläuferradsätzen.

2-6-4: die Arbeitslokomotive mit klassischer Achsfolge

Eine 2-6-4 ist eine Dampflokomotive, deren Achsfolge von vorne nach hinten gezählt aus zwei Laufachsen in einer Achse, sechs gekuppelten Triebachsen in drei Achsen und vier Laufachsen unter dem Feuerraum in zwei Achsen besteht. Diese Bauart kam in den 1920er Jahren auf und wurde bis Mitte des 20. Jahrhunderts zu einer der häufigsten und vielseitigsten Lokomotivtypen, besonders beliebt bei nordamerikanischen Bahnen für Mischverkehr auf Hauptstrecken und Nebenbahnen.

Der vordere Laufdrehgestell (das Pony-Drehgestell) stützt den Rauchkasten und führt die Lokomotive in Kurven, wodurch der Spurkranzschliff an den Schienen verringert und die Laufruhe verbessert wird. Die sechs Triebräder sind durch Seitenstangen miteinander gekoppelt und erzeugen die Zugkraft. Die vier hinteren Laufräder liegen unter dem Feuerraum auf einem zweiachsigen Drehgestell, dem sogenannten Nachläufer-Drehgestell, das das Gewicht von Wasser und Brennstoff trägt und den Feuerraum unabhängig von Schienenunebenheiten auf gleichbleibender Höhe hält. Diese Gewichtsverteilung gab der 2-6-4 eine bessere Kesselaufhängung als frühere 2-6-2er Typen, die nur zwei Laufachsen besaßen und stärker zum Nicken und Pendeln neigten.

Betriebseigenschaften und Grenzen

Die 2-6-4 arbeitete bei Geschwindigkeiten zwischen 80 und 130 km/h zuverlässig, abhängig von Kesseldruck, Zylindergröße und Raddurchmesser. Typische Hauptstreckenmaschinen entwickelten etwa 220 bis 310 kN Zugkraft. Der Typ zeichnete sich dadurch aus, dass er sowohl Schnellfahrten als auch Güterbefördererung bewältigen konnte und sich daher hervorragend für Bahngesellschaften eignete, die beide Aufgaben mit ein und demselben Lokomotivpark erfüllen mussten. Die Bauart war weniger geeignet für schwere Güterzugfahrten oder sehr steile Bergstrecken, wo größere Achsfolgen wie die 2-8-2 oder 4-8-2 bevorzugt wurden.

Eine häufige Schwachstelle bei 2-6-4 Konstruktionen war die Neigung des Feuerraums, an der Rückseite durchzuhängen, wenn die Nachläufer-Drehgestellfedern verschlissen oder sich lockerten. Dieses Absinken veränderte die Wasserspiegelbeobachtung und konnte die Deckelbleche und Ankerstangen zu starker Überhitzung aussetzen. Die Instandhaltung erforderte regelmäßige Kontrolle der Drehgestellfedern und Bolzen sowie gelegentliches Nachjustieren mit Unterlegscheiben, um die richtige Längslage zu gewährleisten.

Das 1900 entwickelte Whyte-Nummern-System benennt Lokomotivtypen nach Achszahl statt Radzahl, was die 2-6-4 für Lokführer und Werkstattleute weltweit sofort erkennbar macht. Die 2-6-4 wird in Nordamerika manchmal Hudson-Lokomotive genannt, nach der Hudson River Railroad in New York, doch dieser regionale Spitzname verdrängte nie die Zahlbezeichnung im technischen Gebrauch.

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