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Elektrotechnik

Vorwahl

Englisch: exchange

Der Teil einer Telefonnummer, der eine Vermittlungsstelle darstellt oder ehemals dargestellt hat.

Vermittlungsstelle: das Schaltwerk, das deine Verbindung leitet

Eine Vermittlungsstelle ist ein Telefonvermittlungszentrum, das durch einen dreistelligen Code gekennzeichnet ist (heute oft nur ein Präfix innerhalb eines größeren Nummerierungsplans). Sie verbindet physikalisch alle zugewiesenen Leitungen und leitet ausgehende Anrufe zu ihren Zielen weiter. In den alten manuellen und elektromechanischen Zeiten war eine Vermittlungsstelle buchstäblich ein Gebäude oder ein Raum voller Schaltausrüstung, das von Operatoren oder automatischen Schaltern bedient wurde. Heute bleibt der Begriff in der Nummerierungsnomenklatur erhalten, obwohl die zugrunde liegende Infrastruktur digital und hochgradig verteilt geworden ist.

Historisch betreute eine Vermittlungsstelle ein definiertes geografisches Gebiet, normalerweise eine Stadt oder eine Gemeinde. Der dreistellige Vermittlungscode (wie 555) kennzeichnete, welche Zentrale deine Leitung handhabte. Eine Telefonnummer wie 555-1234 bedeutete: gehe zur Vermittlungsstelle 555, dann wähle die vierstellige Teilnehmernummer 1234. Weil Schaltausrüstung groß und teuer war, konnte eine einzelne Vermittlungsstelle 10.000 oder mehr Leitungen betreuen und zog sich über einen geografischen Radius von wenigen Kilometern. Dies machte die Vermittlungsstelle sowohl zu einer praktischen Schaltgrenze als auch zu einer sozialen Ortsmarke.

Schaltmechanismen und ihre Entwicklung

Frühe Vermittlungsstellen nutzten Stöpsel- und Schnurschaltbretter, auf denen Operatoren Anrufe manuell verlegten. Strowger-Schalter (elektromechanische Schritt-für-Schritt-Schalter) automatisierten dann diesen Prozess, indem sie je nach gewählter Ziffer durch Kontakte schreiteten. Spätere Systeme wie Kreuzschienenschalter ermöglichten schnellere und komplexere Anrufvermittlung. Jede Technologie setzte Grenzen für Anrufkapazität, Wählgeschwindigkeit und Reichweite. Moderne Vermittlungsstellen sind softwaregesteuerte digitale Schalter in Telefongesellschaftsbüros, verbunden durch Glas- und Kupferstränge, doch das Konzept der Vermittlungsstelle bleibt bestehen: ein definiertes Schaltwerk, das durch ein Nummernpräfix gekennzeichnet ist.

Probleme in Vermittlungsstellen umfassten historisch Übersprechen (unerwünschte Signalkopplung zwischen Leitungen), Rauschen bei Fernvermittlung, Schwingungen bei schlecht abgeschlossenen Verbindungsleitungen und einfache Überlastung während Spitzenlastzeiten. Ausfälle von Ausrüstung in einer einzigen Vermittlungsstelle konnten den Dienst für Tausende von Kunden unterbrechen. Moderne digitale Vermittlungsstellen haben viel höhere Zuverlässigkeit und Kapazität, erleben aber weiterhin Ausfälle; ein Softwarefehler oder Stromausfall kann ein ganzes Vermittlungsstellengebiet beeinflussen.

Der Begriff Vermittlungsstelle überlebt in der modernen Terminologie lange nachdem der größte Teil der Hardware unsichtbar wurde. Regulierungsbehörden beziehen sich immer noch auf Vermittlungsstellen bei Vorwahl- und Nummerplanvergaben. Betreiber nutzen das Konzept, um Nummerierungsressourcen zuzuweisen und den Verkehr intern zu leiten. Telekommunikationsingenieure sprechen immer noch von Vermittlungstellengrenzen, Vermittlungsstellenkapazität und Verbindungsleitungen zwischen Vermittlungsstellen, obwohl eine moderne Vermittlungsstelle oft nur eine logische Partition eines viel größeren verteilten Systems ist.

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