Wimpergarn
Englisch: eyelash yarn
Eine Art Fantasiegarn, bestehend aus einem Fadenkern mit mehreren langen Strängern in gleichmäßigen Abständen, die schräg vom Hauptstrang abstehen.
Wimpernngarn: Effektgarn mit regelmäßig verteilten abstehenden Fasern
Wimpernngarn ist eine Verbundgarnstruktur mit einem Grundfaden als Kern, an dem sekundäre Fasern in regelmäßigen Abständen verankert sind und senkrecht oder nahezu senkrecht zur Garnachse abstehen. Die abstehenden Fasern sind je nach Garnstärke und gewünschtem Effekt typischerweise 10 bis 30 mm lang und erzeugen beim Stricken oder Weben ein gebürstetes oder gefranstes Aussehen. Der Kern besteht meist aus einem feinen mehrfach gezwirnten oder einzelnen Faden; die abstrahierenden Elemente sind oft Polyester-, Nylon- oder Acrylfilament, häufig in Kontrastfarben zum Grundgarn.
Der Herstellungsprozess besteht darin, den Grundfaden zu führen und vorbereitete Längenstücke des Effektgarns an festen Positionen mit einem modifizierten Zwirn- oder Schleifenmechanismus zu befestigen. Der Abstand ist einheitlich, typischerweise alle 5 bis 10 mm. Manche Versionen verwenden einen Binderfaden, um die Wimpern zu sichern; andere nutzen Klebstoff oder thermische Bindung. Das Ergebnis ist ein Garn, das sich zu einem Stoff mit eingebauter Oberflächenstruktur verstrickt, ohne dass nachträgliche Loop- oder Flortechniken nötig sind.
Wimpernngarn ist beliebt beim Maschenwarengestrick für Freizeitkleidung, Schals und Heimtextilien, wo ein texturiertes, flauschiges Aussehen gewünscht ist. Die abstehenden Fasern fangen Licht ein und erzeugen optische Voluminosität ohne entsprechendes Gewicht. Die Struktur ist jedoch empfindlich: die Wimpern verfangen sich leicht an rauen Oberflächen, bleiben beim Stricken an Fingernägeln hängen und verlieren Fasern bei zu hoher Spannung oder zu scharfen Nadeln. In der automatisierten Verarbeitung sind Garnbrüche häufig, besonders bei engen Mascheneinteilungen oder komplizierten Strickmustern.
Der Name bezieht sich auf die Ähnlichkeit der abstehenden Fasern mit Wimpern, eine funktionale Metapher, die für das Marketing nützlich ist. Das Garn entstand Ende der 1990er Jahre im Zuge des Booms bei Effektgarnen und bleibt eine Nischenkategorie; die Mengen sind gering im Vergleich zu Standard-Kammgarn oder Streichgarn. Es wird selten in der industriellen Maschenwarenfertigung verwendet, wo Dauerhaftigkeit und Kosteneffizienz dominieren, und sein Einsatz bei Warpgestricken ist minimal, da Verfangsgefahr und Garnbruch auf schnell laufenden Maschinen zu groß sind.
Qualitätsprobleme sind ungleichmäßige Wimpernbefestigung, die zu Pilling oder selektivem Faserverlust von einer Seite des Gewebes führt, sowie inkonsistente Wimpernnlänge auf einer Kone, was zu visuellen Streifen führt. Lagerung in feuchter Umgebung kann Klebstoffbindungen aufweichen. Das Garn erfordert erfahrene Maschineführer und niedrige Maschinengeschwindigkeiten, um ein akzeptables Griffgefühl ohne übermäßige Abfallmengen zu erzielen.