Fault
Englisch: fault
Eine Stelle, an der etwas unterbrochen, getrennt oder unterbrochen ist.
Verwerfung: wo Gesteinsschichten abgleiten und sich trennen
Im Bergbau und in der Rohstoffgewinnung ist eine Verwerfung ein Bruch in Gesteinsschichten, bei dem sich die Blöcke auf beiden Seiten gegeneinander verschoben haben. Die Bewegung kann vertikal, horizontal oder schräg erfolgen, und die Versetzung kann von Millimetern bis zu Kilometern reichen. Verwerfungen entstehen durch tektonische Spannungen und durchschneiden Erzkörper, Flöze und andere Lagerstätten, wodurch Unterbrechungen entstehen, die Bergleute finden und umgehen müssen.
Der Winkel, in dem eine Verwerfung durch das Gestein verläuft, wird Fallwinkel genannt. Eine Verwerfung, die fast senkrecht verläuft, ist eine steile Verwerfung; eine, die näher zur Horizontalen anwinkelt, ist eine flache Verwerfung oder Überschiebung. Die Richtung, in die die Verwerfungsfläche über die Landschaft streicht, ist ihr Streichen. Diese geometrischen Eigenschaften sind wichtig, weil sie bestimmen, wie die Verwerfung den Erzkörper schneidet und wie viel zusätzliche Fahrarbeiten, Bohr- oder Pumparbeiten nötig sind, um sie sicher zu kreuzen.
Verwerfungen werden nach der Art ihrer Bewegung klassifiziert. Bei einer Abschiebung ist die hängende Wand (das Gestein über der Verwerfungsfläche) gegenüber dem liegenden Schenkel abgesenkt. Bei einer Überschiebung oder einem Aufschieber ist die hängende Wand nach oben und über den liegenden Schenkel geschoben worden. Eine Blattverschiebung zeigt hauptsächlich horizontales Gleiten mit wenig vertikalem Versatz. Jeder Typ stellt unterschiedliche Gefahren dar: Abschiebungen können plötzliche Senkungen in flachen Bergbaufeldern auslösen; Aufschiebugen können Bergleute oder Maschinen einengen und einklemmen.
Erkennung und Auswirkungen auf den Betrieb
Geotechnische Erkundungen mit Seismik, elektrischer Widerstandstomografie und Bohrlochvermessungen offenbaren Verwerfungen, bevor der Abbau beginnt. Während der Gewinnung erscheinen sichtbare Verwerfungsflächen als spiegelglatte Flächen, oft überzogen mit glattem Ton und Mineralglanz von früher erfolgten Bewegungen. Sickerwasser, angesammelter Schlamm und weiches Störungsmaterial kennzeichnen aktive Verwerfungen. Bergbauunternehmen tragen Verwerfungen auf detaillierten geologischen Karten ein und passen Tagebaue oder Untertageanlagen an, um direktes Überfahren der Verwerfungen, wenn möglich, zu vermeiden.Verwerfungen schaffen sowohl logistische als auch Sicherheitsprobleme. Sie unterbrechen die Erzkontinuität und zwingen Bergleute, das Erz um die Verwerfung herum abzubauen oder Bereiche aufzugeben. Grundwasser fließt bevorzugt entlang von Verwerfungen, beschleunigt das Wassereindringen in Untertagebetriebe und erfordert verstärkte Wasserhaltung. Im Festgesteinbergbau kann eine Verwerfung, die einen Stollen oder einen Schacht kreuzt, zu Wandinstabilität und Steinschlag führen. Im Steinkohlebergbau können Verwerfungen das Flöz um Dutzende Meter versetzen, was plötzliche Änderungen der Abbautiefe oder Richtung erzwingt. Gas und Wärmestau konzentrieren sich oft entlang von Störungszonen und erhöhen Explosions- und Lüftungsrisiken.
Der Begriff Verwerfung stammt vom lateinischen fallere, verfallen oder scheitern. In der Geologie bezieht sich Verwerfung seit dem 18. Jahrhundert auf Gesteinsbruch, doch Bergleute und Ingenieure kennen versetzte Schichten schon viel länger. Die Erkenntnis, dass Verwerfungen die Hauptursache für Erzversatz sind und nicht geologische Willkür, wandelte Bergbau von Raterei in eine systematische Wissenschaft um. Moderne Verwerfungskartierung bleibt unverzichtbar: eine übersehene Verwerfung kann zum Maschinenschaden, zum Verlust von Erzreserven oder zu Verletzungen durch plötzliche Bodenveränderungen führen.