anfasen
Englisch: feather
Eine Kante fein abhobeln oder schräg anarbeiten.
Federn: eine Kante zu nichts verjüngen
Federn bedeutet, die Holzdicke an einer Kante schrittweise zu reduzieren und sie zu einem sehr feinen Punkt oder messerartigen Profil zu verjüngen. Das unterscheidet sich von einer einfachen Fase oder Anfasung, die eine deutliche ebene Fläche hinterlässt; Federn erzeugt stattdessen eine kontinuierliche Kurve oder Verjüngung, die an der äußersten Kante unmerklich dünn wird. Das Ergebnis ist ein Profil, das von voller Dicke zu nahezu Null übergeht, anstatt bei einem mittleren Winkel stehen zu bleiben.
Federn wird hauptsächlich an sichtbaren Kanten angewendet, wo ein scharfer Übergang optisch oder funktional unerwünscht wäre. Eine Handhobel mit niedrig angesetzter Sohle, ein Schabhobel oder ein Elektroschleiffer mit progressiven Körnung erreichen das Ergebnis. Die Kante wird wiederholt bearbeitet, der Fortschritt wird durch Gefühl und Blick gemessen, Material wird in dünnen Spänen entfernt, bis die gefederte Kante kaum noch spürbar ist. Nachlässig ausgeführt kann Federn eine Kante so fragil machen, dass sie nicht haltbar ist; gut gemacht wirkt es nahezu künstlerisch.
Häufige Anwendungen und Varianten
Federn findet sich häufig an Tischplatten, wo ein gerahmtes Feld auf die Fläche trifft, an den Rändern von Türen und bei geschwungenen Arbeiten wie Spindeln oder Handläufen. Furnierkasten werden manchmal in das Substrat gefedert, um jede sichtbare Stufe zu vermeiden. Das Verfahren ist unverzichtbar in der Feinmöbelherstellung und im Architektur-Innenausbau; industrielle Arbeit verlangt es selten, da Kantenhaltbarkeit normalerweise Vorrang hat. Eine gefederte Kante ist anfälliger für Beschädigungen und Verschleiß als eine richtige Fase oder Quadratkante, daher wird sie nur bei Flächen verwendet, die mäßige Beanspruchung und gute Oberflächenbehandlung erhalten.
Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit mit der Kante einer Feder ab, die sanft zu einem Punkt verjüngt. Anders als eine echte Feder sollte eine gefederte Holzkante jedoch nie so dünn sein, dass sie leicht splittert oder bricht. Das Ziel ist ein kaum erkennbarer Übergang: Wenn du mit dem Finger über die Kante fährst, spürst du einen Planumswechsel statt einer scharfen Ecke oder einer sichtbaren Kante.