SpracheEnglishDeutsch
Schiffbau und Werft

Finger

Englisch: finger

Verkürzung von Fingersteg, ein kürzerer und schmalerer Kai, der von einem größeren Dock abgeht.

Finger: kurzer Steg, der von einem Kai abzweigt

Ein Finger ist ein schmaler, kurzer Steg, der senkrecht von einem Hauptkai oder einer Kaimauer abzweigt. Er dient als Anlegeplatz für ein einzelnes Schiff oder in manchen Ausführungen für zwei kleinere Fahrzeuge, die auf gegenüberliegenden Seiten festgemacht sind. Der Finger ist typischerweise 40 bis 150 Fuß lang und 20 bis 40 Fuß breit, je nach Größe der Schiffe, für die er ausgelegt ist.

Finger sind die platzsparendste Anlegeanordnung in modernen Marinas und gewerblichen Häfen. Im Gegensatz zu einem geraden Kai, bei dem ein Schiff die lineare Uferlinie in Anspruch nimmt, ermöglichen Finger mehreren Schiffen, senkrecht zu einem Hauptsteg anzulegen und vervielfachen damit die Anzahl der Liegeplätze ohne Vergrößerung der Gesamtfläche. Jeder Finger wird üblicherweise von eigenem Landstrom, Wasser- und Treibstoffleitungen versorgt, was es wirtschaftlich macht, einzelne Fingerstege je nach Bedarf zu ergänzen oder umzugestalten.

Konstruktion und Anordnung

Finger werden auf Pfählen, Dalben oder schwimmenden Pontons errichtet, je nach Wassertiefe, Bodenverhältnissen und Tidenhub. Feste Finger nutzen gerammt Stahl- oder Betonpfähle; schwimmende Finger folgen der Tide und verzeihen Treibgut und treibende Schiffe bei Stürmen besser. Jeder Finger hat typischerweise einen Pfahl-Ramm-Rahmen oder eine Führung, die vertikales Gleiten ermöglicht, während die Ausrichtung zum Hauptkai erhalten bleibt. Fender, meist aus Gummi oder Schaum, schützen sowohl den Steg als auch die Schiffsrümpel vor Kollisionsschäden beim Anlegen.

Der Name rührt direkt von der visuellen Ähnlichkeit her: ein Hauptkai ist die Hand, und die senkrecht abzweigenden Stege sind Finger. Diese Bezeichnung ist Standard in der Schiffbau-, Hafenbetrieb- und Freizeitbootsindustrie. Finger werden manchmal Slip-Stege oder Slip-Kais genannt, wenn sie für ein einzelnes Schiff reserviert sind, aber Finger ist der präzisere Begriff für die Konstruktion selbst.

Die Wartung konzentriert sich auf den Zustand der Pfähle, die Unversehrtheit der Fender und die Verschleißteile der Festmachungsausrüstung. Korrosion von Stahlpfählen in Salzwasser wird durch kathodische Schutzanlagen oder Schichtaufbau gesteuert. Finger in stark frequentierten gewerblichen Häfen erleiden höhere Abnutzung und erfordern häufigere Kontrolle von Warping-Posten, Pollern und elektrischen Anschlüssen als jene in geschützten Marinas.

Mehr aus Marine and shipyard

Alle ansehen

Get the Word of the Day

One industrial term every day, with the trade it belongs to and why it is worth knowing. No advertising.