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Industrieelektronik

Speicherkarte

Englisch: flashcard

Ein digitales Speicherformat auf Solid-State-Basis, das häufig in Computern, Digitalkameras und Mobiltelefonen verwendet wird.

Flashcard: tragbarer Festspeicher für Daten und Firmware

Eine Flashcard ist ein physisches Modul aus nichtflüchtigem Speicher, das Daten auch ohne Stromversorgung behält. In der Industrieelektronik dient sie als Wechselspeicher für Gerätefirmware, Testdaten, Konfigurationsdateien und Sensorprotokolle. Im Gegensatz zu älteren magnetischen Medien hat Flashspeicher keine beweglichen Teile und eignet sich daher für raue Umgebungen, vibrationsgefährdete Maschinen und Feldgeräte, die wiederholte Temperaturwechsel überstehen müssen.

Industrielle Flashcards verwenden je nach Hostgerät CompactFlash, SD, SATA oder proprietäre Bauformen. CompactFlash-Laufwerke erreichen Geschwindigkeiten von 160 MB/s und Kapazitäten bis 256 GB; SD-Karten maximal etwa 2 TB, sind aber langsamer. SATA-Schnittstellen finden sich in Industriereglern und Datenerfassungssystemen, die Geschwindigkeiten über 500 MB/s erfordern. Die Speicherzellen selbst sind vom Typ NAND oder NOR, wobei NAND bei höheren Kapazitäten dominiert. Schreibzugriffe bauen diese Zellen ab, daher haben Industriekarten oft Wear-Leveling-Firmware, die Schreibzugriffe gleichmäßig über den Halbleiter verteilt.

In der Praxis speichern Flashcards Geräte-Diagnosen, Bilderbibliotheken von Maschinenvisionsanlagen, SPS-Programme und historische Telemetriedaten. Ein CNC-Maschinenbediener kann eine CompactFlash-Karte entfernen, um Werkzeug-Offset-Tabellen oder NC-Programm-Überarbeitungen zwischen Maschinen zu übertragen. Industriekameras nutzen CF- oder SATA-Karten als Onboard-Speicher vor der Bildübertragung auf einen Host. Eingebettete Regler verwenden SIM-große Karten oder Micro-SD-Karten als Firmware-Ablage, sodass Feldtechniker Software aktualisieren können, ohne das Gerät zu öffnen.

Ausfallarten und Kompromisse

Flashspeicher verschleißt durch Gebrauch; Datenblätter geben die Lebensdauer in Schreib-Lösch-Zyklen an, typisch 10.000 bis 100.000 Zyklen für Industrieteile. Das Entnehmen bei laufendem Schreibzugriff führt zu Datenverlust und gelegentlicher Kartenbeschädigung. Temperaturextreme verschlechtern die Retention: Zellen können nach Monaten in Gefrierboxen oder Jahren in unbelüfteten Schaltschränken über 70 Grad Celsius Daten verlieren. Elektrostatische Entladung und Verschleiß der Steckverbinder durch Vibration verkürzen die Kartenbetriebsdauer auf Produktionsflächen. Industriekarten kosten zwei bis fünfmal mehr als Konsumentenequivalente, bieten aber erweiterte Temperaturspezifikationen, Stoßzertifizierung und bessere Verschleiß-Algorithmen.

Der Begriff Flashcard stammt von der Flashspeicher-Technologie selbst, benannt nach dem schnellen Löschen ganzer Zellblöcke während der Programmierung. Das Wort "Card" bezieht sich auf die Kreditkarten- oder Briefmarken-Größe. In Industrielieferketten heißen diese Geräte Speicherkarten, Solid-State-Karten oder nach Bauform: CompactFlash, SD-Karte, mSATA. Obsolete Varianten wie SmartMedia und xD-Karten erscheinen noch in Altgeräten, weshalb Speicher-Migration regelmäßig anfällt.

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