Flöz
Englisch: floor
Flaches, horizontal gelagertes Erzflöz; das Gestein unter einer geschichteten oder nahezu horizontalen Lagerstätte.
Sohle: das Gestein unter dem Erz, das du brauchst
Im Bergbau ist die Sohle die Gesteinschicht, die die untere Grenze einer Lagerstätte oder Flözierung bildet. Sie liegt direkt unter dem wertvollen Material und wirkt als geologische Grenze zwischen dem Erzkörper oben und dem Nebengestein darunter. Die Sohle wird selbst nicht abgebaut (es sei denn, sie enthält wirtschaftlich abbaubare Minerale), aber ihre Voraussetzung und ihr Charakter bestimmen, wie eine Lagerstätte gewonnen wird.
Sohlgestein kann je nach geologischer Situation alles Mögliche sein: Schiefer und Tonstein bis Sandstein, Granit oder Basalt. Seine Festigkeit ist entscheidend: Eine standfeste Sohle wie Granit kann schwere Erzmassen tragen und erfordert minimale Grubenausbau; eine schwache Sohle wie Ton oder verwitterter Schiefer erfordert sorgfältiges Abbauverfahren, um Einsturz zu verhindern, und kann Betreiber zwingen, Erzsäulen zur Stabilisierung in Platz zu lassen. Das Sohlenfallen, der Winkel, in dem die Sohle abfällt, beeinflusst die Entwässerung, die Gerätebewegung und die Standsicherheit im Abbaubereich.
Sohle versus Hangendes
Die Sohle bildet ein Paar mit dem Hangenden, das ist das Gestein über der Lagerstätte. Beide sind Nebengestein, aber sie rahmen das Erz von entgegengesetzten Seiten ein. Eine Lagerstätte zwischen einer starken Sohle und einem standfesten Hangenden ist viel leichter und sicherer zu gewinnen als eine, wo eine der Grenzen instabil ist. Bei tafelige Lagerstätten wie Flöze oder gebänderte Eisenerze kann die Abfolge Sohle-Erz-Hangendes vertikal mehrere hundert Meter dick sein.
Sohlenverhältnisse beeinflussen direkt die Wahl der Abbaumethode. Bei schmalen Flözen oder Gängen arbeiten Bergleute oft auf oder unmittelbar über der Sohle, um die Erzgewinnung zu maximieren. Bei mächtigen Tafellagerstätten wird die Sohle möglicherweise nie erreicht; der Abbaubereich schreitet durchs Erz voran, wobei sich beim Rückzug eine natürliche oder künstliche Sohle bildet. Schwache Sohlen erfordern manchmal Injektionen mit Zementmörtel oder Betonunterlagen, um Maschinenlasten zu verteilen und Einsturz zu verhindern.
Der Begriff Sohle ist im Steinkohlenbergbau und im Hartgesteinsbau bei Schichtlagerstätten wie manchen Eisenerzen und gebänderten Erzlagerstätten am geläufigsten. Beim Gangerzabbau wird die untere Wandung häufiger Liegend genannt. Sohlenbeprobung bei Explorationsbohrungen hilft, die Standfestigkeit und die Erzqualität in der Tiefe vorherzusagen. Daher ist die Charakterisierung der Sohle vor der Entscheidung zur Minenentwicklung wesentlich.