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Bergbau und Gewinnung

Bord

Englisch: bord

Die Kohlenfront parallel zu den natürlichen Klüften im Flöz.

Bord: Eine Abbaufront parallel zur natürlichen Struktur einer Kohleflözes

Im untertägigen Kohlebergbau ist ein Bord eine Abbaufront, die parallel zu der natürlichen Kluftstruktur oder den Trennflächen des Kohleflözes verläuft, statt quer dazu. Die Kluft bildet natürliche Risse in der Kohle, die in zwei ungefähr senkrecht zueinander stehenden Richtungen verlaufen. Ein Bord folgt einer dieser Richtungen, wodurch die Kohle leichter abbricht und weniger Energie für die Gewinnung erforderlich ist. Diese Orientierung unterscheidet sich von einem Pfeiler oder Stoß-Verfahren, bei dem die Abbaustöße quer zur Struktur vorgetrieben werden.

Das Bord-System entwickelte sich in britischen Bergwerken, besonders in den Midlands und Nordengland, und ist heute noch in vielen untertägigen Betrieben Standard. Die Bergleute verfahren die Abbaufront entlang der Kluftrichtung, wobei sich die natürlichen Trennflächen öffnen, wenn die Kohle unterfahren und gesprengt wird. Das System ist wirtschaftlich: Kohle bricht leichter ab, wenn der Abbau mit ihrer Eigenstruktur übereinstimmt, und Ausbau oder vorübergehende Stempel sind leichter zu setzen. Die Breite eines Bords liegt typischerweise zwischen 3 und 5 Metern, variiert aber je nach Flözmächtigkeit, Kohlequalität und Hangendverhältnissen.

Bord-Stöße in der gesamten Gewinnungsplanung

Eine Bord-und-Pfeiler-Anordnung teilt das Flöz in ein Gitter von Abbaufronten auf, die durch Kohlepfeiler voneinander getrennt sind und das Hangend abstützen. Dies ermöglicht einen systematischen Abbau, wobei die Kohlepfeiler später zurückgewonnen oder als dauerhafte Stütze stehen gelassen werden. Die Abstände zwischen den Bords, ihre Orientierung zur Kluft und die Pfeilerdimensionen werden vor Abbaubeginn auf Grundlage von geologischen Gutachten und Berechnungen der Hangendbelastung festgelegt. Mangelhafte Pfeilerauslegung oder zu breite Bords in schwacher Kohle führen zu Hangendbrüchen, Stoßverletzungen (Risse in der Kohlenwand neben dem Bord) oder plötzlicher Gasentwicklung.

Der Begriff Bord selbst stammt vom Altfranzösischen bord ab und bedeutet Kante oder Rand, was widerspiegelt, dass die Abbaufront einen Rand entlang der Kluft bildet. In einigen Bergbauregionen werden gleichbedeutende Begriffe wie Strecke, Flözkammer oder Gate verwendet, diese haben aber oft leicht unterschiedliche Bedeutungen. Ein Gate kann sich zum Beispiel speziell auf eine Hauptzufahrtsstraße durch Kohle beziehen, während ein Bord die Kohlegewinnungsfront selbst ist.

Moderne Bord-Abbaue setzen genaue geotechnische Kartierungen der Flözorientierung und Kluftrichtung voraus. Ankerbewehrung, Kohlestaub-Unterdrückung und Methan-Bewetterung sind Routinemaßnahmen für die Sicherheit in Bords, besonders in tiefen Flözen, wo vertikale Spannung und Gasdruck hoch sind. Die Wahl zwischen Bord-und-Pfeiler und Longwall-Abbau hängt von Flöztiefe, Flözmächtigkeit und Gewinnungszielen ab; Bord-Systeme bieten Flexibilität und geringere Investitionen, gewinnen aber insgesamt weniger Kohle als Longwall, wenn Pfeiler stehengelassen werden.

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