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Bauwesen

Fly-in-Verfahren

Englisch: fly-in

Ein Verfahren zur Verlegung von Rollmaterialien, bei dem die trockene Bahn in den auf der Dachfläche aufgetragenen Bitumen oder Kleber eingesetzt wird.

Fly-in: Einlegen von Flächenmaterial in feuchten Kleber

Fly-in ist eine Verlegemethode für Rollenmaterialien, typischerweise Dachbahnen oder Unterlagen, bei der das trockene Material direkt in feuchten Bitumen, Kleber oder Mastix gedrückt wird, der bereits auf dem Untergrund aufgebracht ist. Der Verleger rollt das Material von oben ab und senkt es ein, während Schwerkraft und Handdruck es in das Kleberbett drücken. Dies unterscheidet sich von vorgeklebten Bahnen, bei denen der Kleber bereits auf der Rückseite der Rolle vorhanden ist.

Das Verfahren ist besonders verbreitet bei asphaltgetränktem Filz, glasfaserverstärkten Bahnen und synthetischen Polymeren, die in flachgeneigten Dachsystemen verwendet werden. Der Kleber ist normalerweise heißgebundener Bitumen, kaltverarbeitbares Bitumenmastix oder wassergestützte Acrylate, je nach Materialvorgabe und Klima. Ein Verleger kann den Fly-in-Prozess durchführen, indem er die trockene Bahn abrollt, während ein zweiter Arbeiter vorher Kleber auf die Decke aufträgt und so eine überlappende Verlegefolge schafft, die sich über die Dachfläche bewegt.

Haftung und Ausfallarten

Der Erfolg beim Fly-in-Verlegen hängt davon ab, dass durchgehend Kontakt zwischen dem trockenen Material und der Kleberschicht hergestellt wird, bevor der Kleber abbindet oder eine Haut bildet. Wenn der Kleber bei warmen Bedingungen zu schnell trocknet, bettet sich die Bahn nicht vollständig ein und bildet Falten, Hohlräume und schwache Stellen, die anfällig für Abhebungen sind. Zu viel Kleber kann durch die Bahn durchdrücken oder dazu führen, dass das Material während des Verlegens verrutscht. Der Verleger muss den Zeitpunkt genau beurteilen und ausreichend Druck ausüben, üblicherweise mit einer Handwalze, um die vollständige Durchfeuchtung über die gesamte Bahnbreite sicherzustellen.

Fly-in-Verlegung ist schneller als einige Alternativen und erfordert weniger spezialisierte Ausrüstung als vollmechanisierte Systeme, was es für kleine bis mittlere Dachflächen wirtschaftlich macht. Sie erfordert aber Fachkompetenz und günstige Witterung. Wind kann die trockene Bahn vor der Haftung stören, Regen kann den Kleber verunreinigen, und Temperaturextreme ändern sowohl die Viskosität des Bitumens als auch die Verarbeitungseigenschaften der Bahn. Das Verfahren erzeugt zudem mehr Verschnitt als vorgeklebte Systeme, da Zuschnitte und Überlappungen vor Ort bearbeitet werden müssen.

Der Name spiegelt die wörtliche Handlung wider: Die trockene Rolle wird kurz über dem Kleber "eingeflogen" oder schwebend gehalten, bevor sie gelegt und verklebt wird. Dies unterscheidet das Verfahren von Selbstklebebahnen und vollflächig haftenden Systemen, bei denen Material und Kleber vor dem Verlegen vereinigt sind.

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