Nähfuß
Englisch: foot
Das Teil einer Nähmaschine, das auf den Stoff drückt und ihn vorwärts bewegen kann.
Fuß: der Presshebel, der den Stoff in einer Nähmaschine hält
Ein Nähmaschinenfuß ist eine angelenkte Metallvorrichtung, die den Stoff gegen die Stichplatte presst, während die Nadel eindringt und Stiche bildet. Der Fuß drückt mit Federspannung nach unten und hält das Material während der Vorwärtsbewegung des Transporteurs flach und stillstehend. Ohne Druck vom Fuß würde der Stoff verrutschen, sich stauen oder ungleichmäßig transportiert werden, was zu lockeren oder übersprungenen Stichen führt.
Der Fuß besteht aus einem Schaft, der auf einen vertikalen Hebel geschraubt wird, und einer Sohle oder Grundfläche, die mit dem Stoff in Kontakt kommt. Unterschiedliche Sohlenformen und Materialien eignen sich für verschiedene Aufgaben. Ein Standardfuß hat eine flache Basis mit großer Öffnung für die Nadel; ein Transportfuß hat Zähne, die den Stoff greifen und synchron mit dem Transporteur voranbewegen; ein Rollerfuß verwendet ein drehendes Rad für klebrige oder empfindliche Materialien; ein Spezialpuß kann nuten-, schlitz- oder silikonbeschichtet sein. Industriemaschinen wechseln Füße oft innerhalb von Sekunden mit einem Schnellwechselsystem.
Anpressdruck und Spannung
Der Anpressdruck ist bei den meisten Industriemaschinen verstellbar, normalerweise über eine Schraube am Presshebel oder ein pneumatisches Ventil. Zu hoher Druck plättet und dehnt den Stoff, verursacht Kräuselung oder ungleichmäßige Spannung; zu wenig Druck führt zu Verrutschen und übersprungenen Stichen. Empfindliche Stoffe wie Seide oder Chiffon benötigen leichten Druck, während schwere Materialien wie Denim oder Canvas höhere Spannkraft verlangen. Der Druck wird in Pfund pro Quadratzoll gemessen oder einfach als Skalenwert angegeben; typische Bereiche reichen von 1 bis 6 Einheiten, je nach Maschinenklasse.
Eine abgenutzte oder beschädigte Fußsohle erzeugt ungleichmäßigen Kontakt und zieht am Stoff. Die Spitze kann sich nach oben biegen, wenn sie wiederholt auf dicke Nähte oder Reißverschlüsse trifft und reduziert so den Druck über die gesamte Sohle. Verschmutzungen, besonders von Klebstofffolien oder schmelzenden Kunststoffen, beeinträchtigen die Griffigkeit und müssen abgekratzt werden. Die meisten Industriebetriebe halten Ersatzfüße bereit, um schnell wechseln zu können, besonders beim Wechsel zwischen verschiedenen Partien mit unterschiedlichen Materialstärken.
Der Fuß gehört zu den am stärksten beanspruchten Komponenten einer Nähoperation, da er ständig kleine Schläge und Reibung aufnimmt. Füße regelmäßig zu wechseln ist günstiger als Stichmängel später zu beheben. Industriestandards legen Anpressdruckwerte in Konfektionsspezifikationen fest, damit fertige Nähte über alle Maschinen einer Anlage hinweg einheitliche Festigkeit und Erscheinungsbild haben.