schmiedbar
Englisch: forgeable
Kann unter Hitze und Druck geformt werden.
schmiedbar: Metall, das dem Hammer nachgibt
Ein schmiedbares Metall oder eine schmiedbare Legierung kann durch Wärmezufuhr und mechanische Kraft plastisch verformt werden, normalerweise mit Hammer, Presse oder Walze. Das Material muss bei erhöhter Temperatur ausreichend erweichen, um zu fließen und sich zu verformen, ohne zu reißen oder spröde zu werden, und muss beim Abkühlen seine volle Festigkeit zurückgewinnen. Schmiedbare Werkstoffe sind das Rückgrat der Konstruktionstechnik, von Brückenbauteilen bis zu Fahrwerkskomponenten.
Stahl ist der Standard-Schmiedewerkstoff in der Industrie. Baustahl und Stahl mit mittlerem Kohlenstoffgehalt (grob 0,15 bis 0,55 Prozent Kohlenstoff) lassen sich leicht schmieden und nehmen große Verformungen bei Temperaturen zwischen 1100 und 1300 Grad Celsius auf. Hochkohlenstoffstähle und Legierungsstähle bleiben schmiedbar, erfordern aber sorgfältigere Temperaturkontrolle; wird die Obergrenze überschritten, vergröbert sich die Kornstruktur und schwächt das Bauteil. Aluminiumlegierungen, Nickel-Superlegierungen und Titan können unter spezifischen thermischen Bedingungen geschmiedet werden, jede Werkstoffgruppe erfordert jedoch unterschiedliche Techniken und Ausrüstungen.
Was in der Schmiede versagt
Der gegenteilige Zustand, nicht-schmiedbar oder geringe Schmiedbarkeit, zeigt sich in inneren Rissen, Oberflächenrissen oder Sprödigkeit während der Verformung. Dies tritt normalerweise auf, wenn das Material zu kalt verarbeitet wird, zu schnell abkühlt oder Seigerungen und Einschlüsse enthält, die nicht mit dem umgebenden Metall fließen können. Gusseisen und viele Werkzeugstähle sind notorisch schwer zu schmieden, weil ihre metallurgische Struktur plastischer Verformung widersteht.
Schmiedbarkeit ist nicht binär; sie existiert auf einem Spektrum und hängt von der Verformungsgeschwindigkeit, dem Temperaturverlauf und der genauen Legierungszusammensetzung ab. Zerspanbarkeit und Schmiedbarkeit arbeiten oft in entgegengesetzten Richtungen: Ein für einfaches Schneiden optimierter Stahl kann in der Schmiede widerspenstig sein, und umgekehrt. Gießereien und Schmiedebetriebe spezifizieren Legierungen nach ihrem bekannten Arbeitsbereich, und Schmiedemeister entwickeln ein Gespür dafür, wann Material an seine Grenze nähert.
Der Begriff erscheint in Werkstoffspezifikationen und Konstruktionshandbüchern, wo Ingenieure zwischen Werkstoffen wählen müssen, die leicht zu verformen sind, und solchen mit überlegenen Endeigenschaften. Eine schmiedbare Legierung ist kostengünstiger in Großmengen zu produzieren, kann aber eine Wärmebehandlung nach dem Schmieden erfordern, um die Konstruktionsfestigkeit zu erreichen. Dieser Kompromiss prägt Lieferkettenentscheidungen in der Automobil-, Luft- und Raumfahrt- sowie Schwermaschinenindustrie.