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Metallurgie

Schleuderguss

Englisch: slush-cast

Herstellung hohler Gussteile, bei der geschmolzenes Metall in eine Metallform gegossen und wieder ausgegossen wird, wobei an den Formwänden eine dünne erstarrte Metallschicht zurückbleibt.

Schleuderguß: hohle Metallteile aus einer dünnen Schale

Schleuderguß ist ein Schwerkraftgießverfahren, das hohle Metallteile durch Ausnutzung der Erstarrungsgeschwindigkeit von Flüssigmetall an Formwänden herstellt. Flüssigmetall wird in einen Formhohlraum gegossen und läßt sich kurz an den Wänden erstarren, üblicherweise 30 Sekunden bis mehrere Minuten je nach Metallart und Wanddicke. Bevor das innere Metall vollständig erstarrt, wird die noch flüssige Kernmasse zurückgegossen und hinterlässt eine hohle Schale aus Festmetall, die an der Form haftet.

Das Verfahren funktioniert, weil Metall an der Formoberfläche schneller abkühlt als im Inneren. Aluminium und seine Legierungen, Zinklegierungen und bestimmte Magnesiumlegierungen eignen sich gut zum Schleuderguß, weil sie einen engen Erstarrungsbereich und gutes Benetzungsverhalten auf Stahlformoberflächen haben. Die entstehende Wanddicke wird durch die Verweilzeit geregelt: längerer Kontakt ergibt dickere Wände. Typische Wanddicken liegen bei Serienteilen zwischen 3 und 10 Millimetern, variieren aber je nach Legierung und Formtemperatur.

Einsatzbereiche: Schleuderguß beherrscht die Herstellung von dekorativen Figuren, Statuen und Ziermetallwaren. Das Verfahren stellt auch Automobilkomponenten wie Kühlergitterteile und nicht tragende Zierteile her. Bei Großserienproduktion kann es mit Dauerformguß oder Druckgießen nicht mithalten, benötigt aber deutlich weniger Ausrüstung als diese Verfahren.

Die Hauptbeschränkung ist die Wanddickengleichmäßigkeit. Komplexe Formgeometrien und innere Hinterschnitte führen zu Zonen mit ungleichmäßiger Metallabkühlung und schwachen oder zu dicken Stellen. Formen erfordern aktive Kühlung zwischen den Gießvorgängen, um konstante Erstarrungsraten zu gewährleisten. Driftet die Formtemperatur, wird die Wanddicke unzuverlässig. Restflüssigkeit im Inneren kann sich beim Auswerfen setzen und die dünne Schale verziehen.

Der Begriff Schleuderguß bezieht sich auf den teilweise gefrorenen Breizustand des Metalls in der Form im Moment des Gießens. Guß bezeichnet das abschließende Fertigteil. Die Bezeichnung ist wörtlich gemeint und besteht seit der Entstehung des Verfahrens Anfang des 20. Jahrhunderts, obwohl die Praxis selbst in Spielzeug- und Ziermetallwerkstätten Jahrzehnte älter ist.

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