Friar
Englisch: friar
Ein weißer oder blasser Fleck auf einer gedruckten Seite, verursacht durch schlechte Farbgebung.
Friar: Fehlstelle, wo Farbe sein sollte
Ein Friar ist ein örtlich begrenzter Ausfall der Farbabdeckung auf einem bedruckten Bogen und erscheint als weiße oder deutlich blassere Stelle gegen die beabsichtigte Farbe. Der Fehler reicht von der Größe eines Stecknadelkopfes bis zu mehreren Millimetern Durchmesser und tritt beim Offsetdruck, Flexodruck und Letterpress auf. Es ist rein ein Farbungsproblem, kein Papierfehler oder Registerabweichung, und macht betroffene Bereiche in qualitätskritischen Arbeiten unakzeptabel.
Der Name leitet sich wahrscheinlich von der Ähnlichkeit blasser Flecken mit der geschorenen Kopfstelle eines Mönchs ab, obwohl die Etymologie in der modernen Druckliteratur nicht sicher ist. Der Begriff gilt inzwischen als veraltet und ist weitgehend von spezifischeren Fachbegriffen verdrängt worden, wie Hickey (für Fehler, die durch Partikel auf der Platte oder dem Gummiwal verursacht werden) oder Farbmangel (für systemisches Unterfarben über ein Gebiet hinweg).
Friars entstehen am häufigsten durch unzureichende Farbfilmdicke in der Farbeinheit, ungleichmäßigen Walzendruck, abgenutzte oder glatte Walzen oder örtliche Bereiche, in denen die Druckoberfläche Farbe nicht richtig aufnimmt. Im Offsetdruck kann ein Friar darauf hindeuten, dass die Feuchtmittelkonzentration falsch ist und die Nichtbildfläche Farbe ungleichmäßig zurückweist. Schmutz in der Farbeinheit kann auch isolierte Stellen erzeugen, wo Farbe nicht übertragen werden kann. Die Vorbeugung erfordert regelmäßige Kontrolle der Walzen, Einhaltung des richtigen Feuchtungsgleichgewichts und saubere Druckoberflächen.
Da Friars unbeständig und schwer vorhersehbar sind, bereiten sie in der Produktion oft mehr Schwierigkeiten als systemische Probleme. Ein einzelner Bogen mit einem Friar muss normalerweise aussortiert und neu gedruckt werden. Bei großen Auflagen kann der Fehler zufällig nur auf einem Teil der Abdrucke auftreten, was die Erkennung durch Stichproben unzuverlässig macht und die Ausschussquoten erheblich erhöht.
Der moderne Druck hat sich dazu entwickelt, die Grundursache zu beschreiben, anstatt Friar als Universalbegriff zu verwenden, und QA-Dokumentationen geben nun an, ob es sich bei einem Fehler um einen Beschichtungsausfall, eine Farbübertragungsstörung oder Oberflächenverschmutzung handelt. Jedoch bleibt das Wort in älterer Fachliteratur und bei erfahrenen Druckmaschinenoführern als Kurzform für jeden örtlich begrenzten blassen Fleck ungeklärter Herkunft im Gebrauch.