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Industrieelektronik

in-plane switching

Ein Flüssigkristallbildschirm (LCD), der zwischen zwei Glasplatten parallel angeordnet ist und durch elektrischen Strom aktiviert wird, um ein Bild zu erzeugen.

In-plane switching: LCD-Technik, die Moleküle seitwärts dreht

In-plane switching, kurz IPS, ist eine Flüssigkristallanzeige-Technik, bei der sich die Flüssigkristallmoleküle parallel zur Glasoberfläche drehen, statt senkrecht dazu. Ohne angelegte Spannung richten sich die Kristalle in der Substratebene aus und blockieren das Licht hinter den Polarisationsfiltern. Ein elektrisches Feld zwischen Elektroden auf der gleichen Glasschicht bewirkt, dass sich die Moleküle in dieser Ebene drehen, wodurch die Hintergrundbeleuchtung zum Betrachter durchdringt. Dieser grundlegende Unterschied in der Orientierung trennt IPS von älteren verdrehten nematischen (TN) LCD-Designs, die Kristalle senkrecht zum Substrat drehten.

Die Elektrodenlayout bestimmt die IPS-Leistung. Positive und negative Elektroden sitzen beide auf einer Glasplatte und erzeugen ein horizontales statt vertikales elektrisches Feld. Der Abstand zwischen diesen planaren Elektroden liegt typischerweise zwischen 5 und 10 Mikrometern und beeinflusst direkt die Schaltgeschwindigkeit und Spannungsanforderungen. Kleinere Elektrodenabstände senken die notwendige Spannung zur Pixelaktivierung, erschweren aber die Fertigungstoleranzen. Die Kristallschicht selbst bleibt dünn, meist 3 bis 5 Mikrometer, und liegt zwischen Elektroden und Glasoberflächen eingelagert.

Betrachtungswinkel und Farbwiedergabe

IPS-Displays halten Farbe und Helligkeit über einen breiteren Betrachtungswinkel als TN-Panels, oft über 170 Grad horizontal und vertikal. Das passiert, weil die planare Drehung die Molekülorientierung relativ stabil hält, wenn man von der Seite schaut. Der Nachteil ist eine langsamere Pixelumschaltung; typische Reaktionszeiten in Verbrauchermonitoren liegen bei 5 bis 10 Millisekunden gegenüber 2 bis 5 Millisekunden bei TN-Technik. High-Refresh-Gaming-Monitore nutzen selten IPS aus diesem Grund, obwohl moderne Varianten den Unterschied erheblich verringert haben.

IPS kommt in farbkritischer Professionellenarbeit, Fotografie, Videobearbeitung und medizinischen Bildschirmen zum Einsatz, wo gleichmäßige Farbdarstellung wichtiger ist als Gaming-Geschwindigkeit. Die Technik dominiert auch Smartphone- und Tablet-Bildschirme, weil Mobilnutzer tagsüber aus unterschiedlichen Winkeln schauen. Fotografen und Designer wählen IPS-Monitore, weil der Farbstich, der bei TN-Panels aus schrägen Blickwinkeln auftritt, Fehler verursacht, wenn man Farben an den Anzeigerändern auswählt oder bearbeitet.

Lichthof bleibt eine IPS-Schwachstelle. Bei schwarzen Bildern entweicht etwas Hintergrundbeleuchtung durch die Flüssigkristallschicht, weil vollständige Undurchsichtigkeit im ausgeschalteten Zustand bei horizontaler Molekülrotation schwerer zu erreichen ist. Das erhöht die Schwarzwerte gegenüber VA-Displays (Vertical Alignment), obwohl bessere Filterdesigns und Overdrive-Schaltungen den Effekt in neueren Panels gemindert haben. Kosten und Stromverbrauch der IPS-Fertigung liegen höher als bei älteren TN-Verfahren, was die Verwendung in günstigen Anwendungen begrenzt, wo Schaltgeschwindigkeit und Betrachtungswinkel weniger wichtig sind.

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