Generalunternehmer
Englisch: general contractor
Ein Unternehmer, der mit der Projektleitung beauftragt wird und Subunternehmer einstellt; wenn ein Auftraggeber selbst als Generalunternehmer tätig ist, führt er selbst die Verwaltung durch und beauftragt die Subunternehmer.
Generalunternehmer: der Bauleiter, der alle Gewerke koordiniert
Ein Generalunternehmer ist der Hauptauftragnehmer auf einer Baustelle und verantwortlich für die Planung der Arbeiten, die Beschaffung von Genehmigungen, die Koordination der Gewerke, die Budgetverwaltung und die Einhaltung von Vorschriften und Vertragsbestimmungen. Bei Wohnbauten können sie von der Gründung bis zur Endabnahme tätig sein, bei Großprojekten koordinieren sie über Monate oder Jahre hinweg dutzende spezialisierte Firmen. Der Generalunternehmer führt die Arbeiten nicht zwangsläufig selbst aus, manche haben aber eigene Kolonnen für bestimmte Gewerke wie Holzbau oder Innenausbau.
Entscheidend ist die Managementverantwortung und die finanzielle Haftung. Wenn ein Hausbesitzer selbst als Generalunternehmer tätig wird, übernimmt er diese Aufgaben direkt: er stellt Elektriker, Klempner, Zimmerleute und Dachdecker ein, kauft Material ein, sorgt dafür, dass Inspektionen zur richtigen Zeit stattfinden, vermittelt zwischen Gewerken und verwaltet den Zahlungsplan. Dieser Weg spart Kosten, erfordert aber umfangreiches Wissen über Bauablauf, Vorschriften und Handwerkspraktiken.
Generalunternehmer arbeiten üblicherweise zu Festpreisen, nach Kostenplus-Modellen oder auf Basis von Zeit und Material. Bei Festpreisen tragen sie Kostenüberschreitungen und müssen die Produktivität der Arbeiter eng im Auge behalten. Kostenplus bedeutet einen Prozentsatz oder eine Pauschale auf die dokumentierten Kosten, wodurch ein Teil des Risikos auf den Auftraggeber übergeht. Die Gewinnmarge des Unternehmers, oft 10 bis 20 Prozent der reinen Baukosten, hängt von effizienter Planung und minimiertem Verschnitt und Nachbesserungen ab.
Wo Probleme entstehen
Der Generalunternehmer sitzt zwischen dem Auftraggeber und den Subunternehmen, was zu Spannungen führt, wenn Arbeitsqualität nachlässt, Zeitpläne rutschen oder Change Orders sich häufen. Schlechte Planung führt dazu, dass Gewerke ineffizient arbeiten oder untätig sind. Unterkalkulation zur Gewinnung von Aufträgen zwingt später zu Abstrichen. Unzureichende Versicherung oder Bürgschaft kann den Auftraggeber gefährden, wenn der Unternehmer während des Projekts in Schwierigkeiten gerät oder verschwindet.Der Begriff Generalunternehmer unterscheidet ihn von Fachunternehmern (Elektriker, Maurer, Heizungstechniker), die sich auf ein Gewerk konzentrieren. Bei großen Projekten kann ein Generalunternehmer einen Bauleiter einstellen, der den Betriebsablauf überwacht, während er sich auf Geschäft und Kundenkontakt konzentriert. In manchen Regionen und bei bestimmten Projekttypen verschwimmen die Grenzen zwischen Generalunternehmer und Bauleiter, allerdings arbeitet der Bauleiter typischerweise für den Auftraggeber und nicht als Hauptauftragnehmer.