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Elektrotechnik

Ghost Call

Englisch: ghost call

Telefonanruf, bei dem sich beim Abnehmen niemand auf der anderen Leitung befindet.

Gespensterfernspruch: angenommene Leitung ohne Gesprächspartner

Ein Gespensterfernspruch ist eine eingehende Telefonverbindung, die komplett durchklingelt und als verbunden registriert wird, aber keine hörbaren Gespräche, Signale oder Präsenz trägt, wenn der Empfänger abnimmt. Die Anruferseite kann stumm, unterbrochen oder automatisiert sein; der Empfänger hört nichts als Stille oder Hintergrundgeräusche. Gespensterfernsprüche unterscheiden sich von fehlgeschlagenen Verbindungen, die nie die Klingelphase durchlaufen, oder von unterbrochenen Anrufen, die sich nach Gesprächsbeginn trennen.

In vermittelten Telefonsystemen entstehen Gespensterfernsprüche, wenn Signalisierungs- und Sprachpfade nicht mehr aufeinander abgestimmt sind. Die Vermittlungsanlage kann eine Anfrage korrekt weiterleiten und die Gegenstation alarmieren, doch der Audiokanal wird nicht hergestellt, verbunden oder übertragen. Dies kann durch Nebensprechen zwischen benachbarten Adernpaaren in Kupferkabeln, unvollständige Verbindungen in größeren Netzen oder zeitliche Fehler in Schrittschaltern oder Kreuzschienenvermittlungsanlagen entstehen, bei denen Impulse und Verbindungen aus dem Takt geraten.

In modernen digitalen Systemen und VoIP sind Gespensterfernsprüche gewöhnlich auf Protokollfehler zurückzuführen. Ein Session Initiation Protocol (SIP) INVITE-Paket kann ein Telefon korrekt zum Klingeln bringen und den Anruf annehmen, aber die RTP-Audioströme (Real-time Transport Protocol) öffnen sich niemals oder fließen nur in eine Richtung. Netzwerkverzögerungen, Firewall-Regeln, die Signalisierung erlauben, aber Medien blockieren, oder nicht übereinstimmende Codec-Einstellungen zwischen den Endpunkten können diesen Zustand verursachen. Einige VoIP-Anbieter haben anhaltende Cluster von Gespensterfernsprüchen erlebt, die an bestimmte Gateway-Konfigurationen oder Ausfälle von Grenzelementen gebunden waren.

Gespensterfernsprüche entstehen auch durch automatische Anrufgeräte und Predictive Dialer, die in ausgehenden Kontaktzentren eingesetzt werden. Diese Systeme senden Anrufe schneller, als Agents diese annehmen können, was dazu führt, dass der Dialer eine angenommene Leitung an eine besetzte oder nicht verfügbare Agentenstelle weiterleitet. Der Anrufer hört Stille oder einen kurzen Warteton vor der Trennung. Regulierungsbehörden, darunter die Federal Communications Commission, haben Regeln gegen Gespensterfernsprüche von Predictive Dialern erlassen, denen es an ausreichender Agent-Verfügbarkeit mangelt.

Die Fehlersuche erfordert, Gespensterfernsprüche von gewöhnlichen Verbindungsproblemen zu unterscheiden. Testanrufe mit Hörer und Freisprechanlage auf verdächtigen Leitungen helfen, Audiowegausfälle zu isolieren. Protokollanaylysatoren in VoIP-Systemen können zeigen, ob RTP-Pakete vorhanden, aber stumm sind, oder vollständig fehlen. In älteren Netzen verwendeten Techniker Tongeneratoren und Schleifentest an einzelnen Aderpaaren, um Nebensprechen oder offene Schaltungen im Sprachweg nach erfolgreicher Signalisierung zu erkennen.

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