gegimpt
Englisch: gimped
Mit Gimp (dekorativer Besatz) verziert; mit Rand oder Stickerei versehen
Gimped: Gewebe mit dekorativem Schnur- oder Bortenbesatz
Gimped bedeutet, dass ein Kleidungsstück, ein Möbelteil oder ein Textil mit Gimpe versäumt oder eingefasst worden ist. Gimpe ist eine schmale, flache oder runde Kordel aus Seide, Baumwolle, Wolle oder synthetischen Fasern, häufig um einen Kern gewickelt. Die Gimpe wird an Kanten oder auf der Oberfläche des Stoffs aufgenäht oder geklebt, typischerweise entlang von Nähten, Säumen oder Designlinien. Dies ist ein Finish-Prozess, der eine Kante sowohl verstärkt als auch optisch definiert.
In der Konfektionsfertigung erscheinen Gimpen-Kanten am häufigsten bei taillierten Jacken, Mänteln und Festtagskleidung, wo der Besatz den Revers-, Kragen- oder Manschettenrand verstärkt und gleichzeitig eine scharfe, professionelle Linie schafft. Polstereien nutzen Gimpen großflächig, um die Verbindungsstelle zwischen Stoff und Rahmen bei Stühlen, Sofas und Ottomanen zu verdecken und die Nägel oder Klammern zu überdecken, die den Bezug halten. Der Begriff gilt auch für dekorative Stickereien oder Borduren, die flächig auf einem Kleidungsstück aufgebracht werden, besonders bei Uniformen des Militärs und historischen Kostümen.
Qualitativ hochwertiges Gimpen erfordert präzises Nähen oder sorgfältige Klebstoffaufbringung, um Kräuseln, Faltenbildung oder Ablösung bei Beanspruchung oder Reinigung zu vermeiden. Die Gimpe selbst muss in Faserzusammensetzung und Schrumpfverhalten mit dem Grundstoff kompatibel sein, sonst ziehen sich Nähte zusammen und rollen sich auf. Gimpe aus Baumwolle auf Wollstoff kann beispielsweise zu Versatz führen, wenn die Materialien unterschiedliche Dimensionsstabilität haben. Mit Klebstoff angebrachte Gimpe riskiert Schichtablösung bei Dampfpressen oder Nassreinigung.
Das Wort Gimpe stammt vom Altfranzösischen guimpe ab, was ein schmales gewebtes oder geflochtenes Band bedeutet. Im Polsterhandwerk werden kleine Befestigungsnägel mit dekorativen Köpfen manchmal als Gimpen-Nägel oder Gimpen-Stifte bezeichnet, die zum Fixieren des Gimpen-Besatzes verwendet werden, doch moderne Praxis bevorzugt Nähen oder Schmelzklebstoff. Gimpen-Besatz ist in Breiten von 0,5 bis 2 Zoll erhältlich und in Gewichten von leichter Seidenkordel bis zu schwerer Baumwollborte für Gartenmöbel.