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Bergbau und Gewinnung

Schachtausmauerung

Englisch: ginging

Die Auskleidung eines Schachts mit Steinen oder Ziegeln zur Vermeidung von Einstürzen.

Ginging: Verstärkung eines Schachts mit Stein oder Ziegeln

Ginging ist das Verfahren, bei dem die inneren Wände eines Bergbaustollens mit Stein, Ziegeln oder manchmal Holz ausgekleidet werden, um zu verhindern, dass das umliegende Gestein nach innen abbröckelt. In tiefen Schächten würde der Druck der darüberliegenden Schichten und die ständige Einwirkung von Wasser und Luftbewegung sonst zu schnellem Verschleiß der Wände führen. Die Ausmauerung wirkt wie eine strukturelle Hülle, leitet Lasten nach außen ab und schützt den ausgehobenen Hohlraum vor fortschreitendem Abschälen und Einsturz.

Das Verfahren variierte je nach Tiefe, Gesteinstyp und verfügbaren Materialien. In flachen bis mittleren Schächten wurden grob behauene Steine trocken oder in Mörtel ringförmig um den Schachtumfang verlegt. Tiefere Schächte, besonders in schwachem oder bröckeldem Gestein, erhielten massivere Ausmauerungen aus Ziegeln oder Stein, oft mehrere Fuß dick. Die Ausmauerung wurde während des Schachtsinkens eingebaut, üblicherweise von Teams auf provisorischen Arbeitsplattformen, und der Zwischenraum zwischen Ausmauerung und natürlichem Gestein konnte mit Schutt gefüllt oder je nach Wasserbedingungen und Beschaffenheit der umgebenden Formation offen gelassen werden.

Niedergang und Begrifflichkeit

Ginging wurde mit fortschreitender Bergbautechnik im 19. und 20. Jahrhundert seltener eingesetzt. Stahlausmauerungen, Stahlbetonkonstruktionen und mechanisierte Schachtsinkverfahren boten bessere Kontrolle, schnellere Installation und höhere Zuverlässigkeit. Der Begriff selbst ist im aktiven Bergbau heute obsolet; man trifft ihn nur noch in historischen Bergbauunterlagen, Ingenieursberichten aus dem 18. und 19. Jahrhundert und Beschreibungen von stillgelegten oder denkmalgeschützten Bergbaustandorten an.

Die Etymologie von "ginging" ist unsicher. Einige Quellen verbinden es mit Ingwer, möglicherweise anspielen auf die eng sitzenden Ringe der Ausmauerung, die wie Ingwersegmente zusammenhielten, doch dies ist spekulativ. Das Verfahren war in englischen, walisischen und kontinentalen Kohle- und Metallerzgruben weit verbreitet, und der Begriff erscheint konsistent in Bergbauunternehmensunterlagen und Ingenieurfachschriften durch das gesamte 19. Jahrhundert.

Das Verständnis für Ginging ist notwendig bei der Vermessung oder Sanierung historischer Bergbaustollen. Die Dicke, Qualität und Zustand der alten Ausmauerung beeinflussen, ob ein Schacht sicher verschlossen, wiedereröffnet oder belassen werden kann. Verschlissene Ziegel- oder Steinausmauerungen mögen Wasser- und Erdeinbruch ermöglicht haben, was die Integrität des Schachts weiter gefährdet.

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