Go-show
Englisch: go-show
Situation, bei der ein Fluggast sich am Flughafen anmeldet, um einen früheren Flug als gebucht zu erreichen.
Go-Show: Passagier spekuliert auf früheren Standby-Platz
Ein Go-Show ist ein Passagier, der am Flughafen ankommt, um sich auf einen früheren Flug als den gebuchten umbuchen zu lassen, normalerweise durch die Annahme eines Standby-Platzes, falls ein solcher verfügbar wird. Anders als ein No-Show (der nicht erscheint) oder ein regulärer Passagier ist ein Go-Show vor Ort und meldet sich früh ein, mit der ausdrücklichen Hoffnung, einen früheren Flug zu erwischen. Der Begriff liegt an der operativen Schnittstelle zwischen Revenue Management der Fluggesellschaft, Gate-Betrieb und Passagier-Planung.
Das Verfahren ist auf Strecken mit häufigem Angebot am verbreitetsten, wo mehrere Flüge zum gleichen Ziel innerhalb weniger Stunden stattfinden. Ein Passagier mit einer Reservierung um 14:00 Uhr könnte um 10:00 Uhr am Gate eintreffen, sich anmelden und sich für die Zuweisung zu einem Flug um 11:00 oder 12:00 Uhr positionieren, sofern die Auslastung es zulässt. Fluggesellschaften verwalten dies durch Standby-Listen und Prioritätsregeln. Manche Carrier entmutigen oder unterdrücken Go-Show-Verhalten aktiv, da es die Sitzkontrolle erschwert. Andere tolerieren es, wenn die Auslastung niedrig genug ist, dass Plätze sonst leer bleiben würden.
Auswirkungen auf Revenue und operative Reibung
Go-Shows erzeugen operative Reibung, weil sie außerhalb der Umsatzprognosen und Yield-Management-Systeme der Fluggesellschaft liegen. Ein Go-Show, der einen früheren Platz erhält, ist umsatzneutral oder negativ für die Fluggesellschaft, wenn dieser frühere Flug ohnehin leere Sitze gehabt hätte. Es stellt jedoch entgangene Einnahmen dar, wenn dies bedeutet, einen zahlenden Passagier von der Standby-Liste zu verdrängen oder einen Kunden mit höherem Tarif abzuweisen. Bodenpersonal muss Go-Shows manuell in Buchungssystemen kennzeichnen, um Doppelerfassungen oder Überbuchungen zu vermeiden. Gate-Agenten an belebten Flughäfen werden in der Regel angewiesen, Go-Shows zu unterbinden oder die Früheinmeldung zu verweigern, besonders bei Flügen mit bereits hoher Auslastung.
Das Verhalten unterscheidet sich von der Überverkaufspraxis (bei der Fluggesellschaften bewusst mehr Plätze als vorhanden verkaufen) und von absichtlichen Umbuchungen bei Zeitplanänderungen. Ein Go-Show ist vollständig passagiergesteuert, setzt freiwillige Airline-Kooperation voraus und trägt das Risiko, den ursprünglichen Flug zu verpassen, wenn der frühere Flug volläuft. Viele Carrier ermöglichen jetzt die Früheinmeldung nur noch durch explizite Agent-Interaktion, teilweise um Go-Show-Aktivitäten und den manuellen Aufwand, den sie verursachen, zu reduzieren.