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Bahntechnik

Gon

Englisch: gon

Abkürzung für Gondola-Wagen.

Gon: offener Güterwagen für Schüttgüter

Ein Gon ist ein Eisenbahn-Güterwagen mit vier oder mehr Seiten, offenem Dach und flachem Boden, der zum Transport von Schüttgütern verwendet wird, die keinen Witterungsschutz benötigen. Anders als Boxcars haben Gons kein Dach; anders als Flachwagen haben sie erhöhte Seitenwände zur Ladungssicherung. Die Seitenwände sind je nach Wagentyp und Güterklasse normalerweise 60 bis 120 cm hoch. Die meisten Gons sind 12 bis 15 m lang und transportieren Lasten von 60 bis 100 t.

Der Hauptvorteil eines Gons ist die schnelle Be- und Entladung. Schüttgüter wie Kohle, Erz, Kies, Schrott und Naturstein können von oben geschaufelt oder gekippt werden und entleeren sich durch Bodentrichter oder Seitentore beim Erreichen des Zielorts. Dieses offene Design macht Gons ideal für Kurzstrecken und Regionalverkehre, wo schnelle Umschlagzeit wichtiger ist als Witterungsschutz. Ein Kohle-Gon im östlichen Nordamerika wird jährlich Dutzende Male zwischen Bergwerk und Kraftwerk hin und her gefahren.

Hochbordgons haben höhere Wände (1,5 bis 1,8 m) und werden für leichtere Materialien wie Holzschnitzel oder Aluminiumschrott verwendet. Niedrigbordgons transportieren dichtere Güter wie Eisenerz oder Zuschlagstoff. Gedeckte Gons mit abnehmbaren Planen oder festen Abdeckungen bilden einen Übergangstypus zwischen offenen Gons und Boxcars für Güter, die einen gewissen Schutz benötigen, aber von einer Oberseite-Beladung profitieren. Aluminium-Gons sind auf Strecken zu Automobil- und Leichtindustrie-Werken verbreitet, da sie leichter als Stahlgons sind und die Betriebskosten pro Tonnenkilometer senken.

Die Bezeichnung "Gondola" hat unklare Ursprünge; Eisenbahnen begannen sie im späten 19. Jahrhundert zu verwenden, möglicherweise von Venedigs flachbodigen Booten entlehnt oder einfach als treffende Bezeichnung für die offene, rinnenförmige Form des Wagens. Die Abkürzung "Gon" ist in Rangierbahnhöfen und Leitstellen gebräuchlich. Auf Frachtbriefen und in Zugzusammenstellungsberichten wird ein Gon nach Bordhohe und Ladegewicht codiert, beispielsweise "50 ft Gon, 100 t" oder "HSG" für Hochbordgondola.

Die Wartung von Gons konzentriert sich auf Boden und Seitenwände, die durch nasses und abrasives Schüttgut starkem Verschleiß und Korrosion ausgesetzt sind. Holzböden sind noch verbreitet und müssen regelmäßig erneuert werden; Beton- oder Gummibelagdecks halten länger, sind aber teurer. Bodentrichter und Tore sind häufige Ausfallstellen, besonders bei gefrorenem Material oder Feuchtigkeitsablagerungen. Eine gut gewartete Gon-Flotte befördert Schüttgüter mit minimalem Ausfallrisiko; eine vernachlässigte wird zum Engpass im Rangierbetrieb.

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