Gondel
Englisch: gondola
Ein offener Eisenbahnwagen mit niedrigen Seitenwänden, wird zum Transport von schwerem Schüttgut wie Schotter oder Stahl verwendet.
Gondel: Das Arbeitstier unter den offenen Wagen für schwere Schüttgüter
Eine Gondel ist ein vier- oder achtachsiger offener Eisenbahnwagen mit tiefem rechteckigem Aufbau, typischerweise 40 bis 50 Fuß lang, für den Transport von Schüttgütern oder losen Materialien, die keinen Wetterschutz benötigen. Der Wagen hat schräg verlaufende Innenseiten (üblicherweise 45 Grad) und einen flachen oder leicht gewölbten Boden, mit Seitentüren oder Stirnklappen, die zur Entladung geöffnet werden können. Anders als ein Schüttgutwagen, der speziell für schnelle Entladung konstruiert ist, verlässt sich eine Gondel auf Schwerkraft und manuelle oder maschinelle Kratzer, um das Material zu den Entladestellen zu bewegen.
Gondeln eignen sich hervorragend für den Transport von Stein, Kohle, Schrott, Zuschlagstoffen und Erzen. Jeder Wagen fasst typischerweise Lasten von 90 bis 130 Tonnen. Die Seitenwände sind niedriger als bei einem Boxcar, üblicherweise zwischen 4 und 6 Fuß hoch, was das Laden über eine Schüttklappe oder mit dem Schaufel praktisch macht, und das offene Dach ermöglicht einfaches Befüllen ohne Abdeckung. Die Innenabmessungen sind für Stabilität ausgelegt; die schrägen Wände verhindern, dass Material bei Beschleunigung oder Bremsung gefährlich verrutscht.
Varianten und Verschleißmuster
Eine Gondel mit Stahlaufbau, der häufigste Typ, kann mit regelmäßiger Wartung 40 bis 50 Jahre halten, wobei Boden und untere Innenflächen unter starkem Verschleiß und Rost leiden. Es gibt auch Aluminium-Versionen, aber wegen der Kosten sind sie weniger verbreitet. Kleinere zweiachsige Gondeln (25 bis 30 Fuß) bedienen Kurzstrecken-Industrie- und Holzbetriebe, während große dreischächtige oder Rückgrat-Rahmen-Wagen (über 60 Fuß) den dedizierten Unit Trains großer Class-I-Eisenbahnen vorbehalten sind. Seitenkipper-Varianten haben hydraulisch angeschlagene Seiten für Straßenbaustoff oder Minenhalden.
Schäden im Betrieb konzentrieren sich auf lasttragende Punkte: die Bolster, das Mittelschweller und die Stirnrahmen-Verbindungen, sowie die Königs-Zapfen, die den Wagen mit benachbarten Einheiten verbinden. Verkrustetes oder gefrorenes Material im Inneren erzeugt Unwucht und Stoßbelastungen beim Bremsen. Der Unterrahmen und die Bremsanlage müssen regelmäßig überprüft werden, da Gondeln oft in Betriebsflotten arbeiten, wo Wartungspläne knapp bemessen sind und die Strecken rau sind.
Der Name spiegelt die Form und Einfachheit des Wagens wider: er stammt von der venezianischen Gondel, einem langen, schmalen Boot. Der Begriff kam im späten 19. Jahrhundert in die Fachsprache nordamerikanischer Eisenbahnen, als solche Wagen zu den ersten offenen Konstruktionen für ernsthafte Schüttguttransporte gehörten. Er bleibt der Standardbegriff in englischsprachigen Eisenbahnen, obwohl manche Regionen und Betreiber lokale Varianten wie "Drop-Side-Wagen" oder einfach "Open Car" verwenden.