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Vermessung

Gore

Englisch: gore

Ein kleines Grundstück, das aufgrund konkurrierender Vermessungen oder eines Vermessungsfehlers nicht eingegliedert wurde.

Gore: ein Landstreifen, den niemand so richtig besitzt

Ein Gore ist ein schmaler, oft unnutzbarer Landstreifen, der entsteht, wenn benachbarte Grundstücksvermessungen nicht aufeinander abgestimmt sind oder sich überschneiden. Dies kommt häufig vor, wenn zwei Gemeinden oder Landkreise unabhängig voneinander vermessen haben, ohne perfekt koordiniert zu sein, und dadurch ein dünner Landkeil dazwischen bleibt. Das Grundstück ist normalerweise zu klein oder zu unregelmäßig geformt, um es zu entwickeln, und die Eigentumsrechte können unklar oder umstritten sein, da es in die Lücke zwischen zwei eingetragenen Grenzlinien fällt.

Gores treten am häufigsten in Gegenden auf, die nach verschiedenen Systemen oder zu unterschiedlichen Zeiten vermessen wurden. Frühe amerikanische Vermessungen von Townshipgebieten, besonders in Neuengland und dem oberen Mittleren Westen, erzeugten zahlreiche Gores, wo sich Staats- oder Landkreisgrenzen nicht perfekt mit den örtlichen Grundstücksgrenzen deckten. Ein Gore könnte zehn Fuß breit und mehrere hundert Fuß lang sein, oder sogar noch kleiner. Einige Gores sind lediglich wenige Fuß breite Streifen zwischen zwei ansonsten benachbarten Grundstücken.

Der Begriff ist älter als die moderne Vermessungstechnik. In der Schneiderei und beim Nähen ist ein Gore ein dreieckiges oder verjüngendes Stoffstück, das in ein Kleidungsstück eingefügt wird, um Form oder Passform zu geben. Die Verwendung beim Vermessen übernahm diesen Sinn: ein kleines, sich verjüngendes Landstück, das in die Lücken eines größeren Musters eingefügt (oder zurückgelassen) wurde. Der Begriff taucht in Grundstücksurkunden und Vermessungsunterlagen des 19. Jahrhunderts auf, besonders in Vermont, New Hampshire und Michigan.

Moderne Vermesser treffen auf Gores, wenn sie alte Linien nachvollziehen oder Grenzstreitigkeiten beilegen. Einige Gores sind formell in Gemeinden aufgenommen oder durch Quiet-Title-Verfahren oder gesetzliche Abhilfe neu verteilt worden. Andere bleiben als unbeanspruchte oder kommunale Restflächen ins Grundbuch eingetragen. Ein Vermesser, der auf einen Gore stößt, muss frühere Urkunden, ursprüngliche Vermessungsnotizen und Ortsgeschichte recherchieren, um festzustellen, ob das Land jemals beansprucht wurde oder ob die Eigentumsrechte wirklich ungeklärt sind.

Gores sind nicht nur in den USA anzutreffen. Ähnliche Lücken entstehen auch in Kanada, Australien und anderen Ländern, die sich auf Township-basierte oder überlappende Kolonialvermessungen stützten. Die Tatsache, dass Gores noch immer in Grundbüchern vorhanden sind, zeigt deutlich, wie schwierig es ist, historische Vermessungen zu koordinieren, die ohne elektronische Hilfsmittel oder Echtzeit-Abstimmung über Jurisdiktionsgrenzen hinweg durchgeführt wurden.

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