Güterwagen
Englisch: goods van
Ein geschlossener Eisenbahn-Güterwagen, besonders mit Schiebeschiebetür.
Güterwagen: das Arbeitstier der Schienengüterbeförderung
Ein Güterwagen ist ein geschlossener Eisenbahnwagen, der zum Transport von allgemeinen Gütern unter Dach ausgelegt ist. Im Gegensatz zu offenen Wagen oder Flachbett-Wagen schützt er die Ladung während des Transports vor Wetter und Diebstahl. Der typische britische Güterwagen hat einen Stahlblech- oder Holzaufbau mit Schiebetüren auf einer oder beiden Seiten, was schnelles Be- und Entladen ohne Laderampe oder spezielle Ausrüstung ermöglicht.
Das klassische Design entstand Mitte des neunzehnten Jahrhunderts und wurde zum Rückgrat des Güterverkehrs auf britischen Eisenbahnen. Ein typischer Wagen misst etwa 20 bis 22 Fuß Länge, 8 bis 9 Fuß Breite und 7 bis 8 Fuß Höhe im Inneren, mit einer Ladekapazität zwischen 10 und 15 Tonnen je nach Achskonfiguration. Der Schiebetürmechanismus, üblicherweise per Hand bedient, konnte den Laderaum einigermaßen dicht verschließen, wobei Zugluft und Undichtigkeiten auf langen Fahrten unvermeidlich waren. Viele Wagen hatten an einem Ende ein Wächterkammer, das während des Rangiervorgangs Schutz und Überblick bot.
Varianten und ihre Aufgaben
Spezialisierte Güterwagen waren für bestimmte Güter ausgelegt. Belüftete Wagen mit Jalousie-Seiten transportierten Verderbliches und Vieh. Mit Eis oder später mit mechanischer Kühlung ausgestattete isolierte oder Kühlwagen beförderten Fleisch und Milchprodukte. Wagen mit verstärkten Böden und Anschlagpunkten transportierten Maschinen. Möbelwagen waren mit Latten und Polsterung ausgekleidet. Die Grundkonstruktion blieb über diese Varianten hinweg erkennbar, was den Güterwagen zu einer flexiblen Plattform machte, die Eisenbahnen ohne völlig neue Wagentypen an verschiedene Verkehre anpassen konnten.
Der Niedergang der Güterwagen beschleunigte sich nach den 1960er Jahren, als Lastkraftwagen den Kurzstreckenverkehr übernahmen und Eisenbahnen zum Containerverkehr und zu Blockzügen mit spezialisierten Wagen übergingen. Boxcars in der nordamerikanischen Praxis erfüllten die gleiche Funktion, hatten aber andere Proportionen und Türkonstruktionen. Viele Museumsbahnen betreiben noch immer Güterwagen für Heritage-Personenzüge und Demonstrations-Güterdienste, und erhaltene Exemplare sind auf Museumsbahnen und in Sammlungen verbreitet.
Der Begriff ‚Güterwagen' ist ausgesprochen britisch; Eisenbahnarbeiter anderer Länder verwenden ‚Boxcar', ‚Covered Wagon' oder ‚Box Wagon', je nach Region und Epoche. Das Wort ‚Van' leitet sich hier vom kommerziellen Fahrzeugsinn ab und bezeichnet einen geschlossenen Laderaum, nicht etwas in Zusammenhang mit der Antriebsart des Fahrzeugs. In der Eisenbahn-Fachsprache nehmen Güterwagen eine Mittelposition zwischen kleinen Paketwagenund großen spezialisierten Güterwagen ein, was sie zur häufigsten einzelnen Güterwagen-Type auf vielen Eisenbahnen im zwanzigsten Jahrhundert macht.