Rotationgravur
Englisch: gravure
Tiefdruckverfahren, bei dem ein Bild auf einem rotierenden Kupferzylinder eingraviert wird.
Gravure: Hochgeschwindigkeits-Tiefdruckverfahren von einer geätzten Walze
Gravure ist ein Rotogravure-Verfahren, bei dem eine gravierte Kupferwalze Farbe auf Papier oder Folie mit Geschwindigkeiten bis zu 300 Metern pro Minute überträgt. Im Gegensatz zum Buchdruck oder zur Offsetlithografie sitzt das Druckbild unterhalb der Walzenoberfläche in winzigen geätzten Näpfchen, von denen jedes eine genaue Farbmenge hält. Wenn die Walze durch ein Farbbad läuft und dann auf das Bedruckstoff drückt, geben diese Näpfchen ihren Inhalt in einem Durchgang ab und erzeugen feine Details und gleichmäßige Farbdichte.
Die Kupferwalze wird durch Galvanisieren eines gehärteten Stahlkerns hergestellt, dann wird das Bild photochemisch oder mit Elektronenstrahl graviert und erzeugt Näpfchen mit typischerweise 10 bis 40 Mikrometern Tiefe. Tiefe und Breite des Näpfchens bestimmen die Farbmenge, wodurch Abstufungen im Bild durch unterschiedliche Näpfchengrößen statt Rasterpunkte entstehen. Dies erzeugt Fotoqualität, besonders wertvoll für Verpackungen, dekorative Schichtverbunde und hochauflagige Publikationen, bei denen Tonwertfidelität zählt.
Varianten und Anwendungen
Hell-Gravure nutzt elektronische Gravur zum Schneiden von Näpfchen unterschiedlicher Tiefe basierend auf Bildscans und ersetzt chemisches Ätzen. Dies beschleunigt die Einrichtung und ermöglicht schnelle Jobwechsel. Helio-Gravure, das traditionelle fotographische Verfahren, erfordert längere Vorbereitung, bleibt aber wirtschaftlich für sehr lange Auflagen. Beide benötigen Walzen mit 200 bis 800 Millimetern Durchmesser und einer bis drei Metern Länge, was sie zu schwerer Kapitalausrüstung macht, die sich für spezialisierte Betriebe eignet.
Das Verfahren glänzt bei dünnen Bedruckstoffen: 12 bis 80 Mikrometer Folien für Laminatverbunde, 40 bis 120 Gramm Papiere für Kataloge und Magazine. Die Rückseite der Walze drückt eher, als dass sie aufprallt, sodass empfindliche Materialien unbeschädigt bleiben. Gravure verträgt auch Oberflächenstruktur und Feuchtigkeitsschwankungen besser als Offset, ein echter Vorteil beim Druck von Schichtmaterialien oder Altfasern.
Wartung dominiert die Kosten nach der anfänglichen Walzeninvestition. Verschlissene oder zerkratzte Walzen können vor Ort nicht repariert werden und müssen neu beschichtet werden, ein Prozess, der Wochen dauert. Das Rakelmesser, das überschüssige Farbe von der Walzenoberfläche entfernt, verschleißt ständig und muss regelmäßig eingestellt oder gewechselt werden. Screenablagerungen und Farbtrocknungen in den Näpfchen erfordern häufige Reinigungen, und Lösungsmittelrückgewinnungssysteme erhöhen Kapital- und Betriebskomplexität für jede Gravure-Anlage.