screenless
Das kein Sieb verwendet; siehe Siebdruck.
Screenless: Drucken ohne Sieb oder Fotoemulsionsschichten
Screenless Printing bezeichnet jeden Bildübertragungsprozess, der das traditionelle mit Fotoemulsion beschichtete Siebdruckgewebe umgeht. Statt ein Design auf ein Sieb zu belichten und dann Farbe durch das offene Maschengewebe auf den Bedruckstoff zu drücken, bringen Screenless-Verfahren die Farbe direkt aus einer digitalen Datei, einer Schablone oder einer erhobenen oder vertieften Platte auf. Der Begriff umfasst eine breite Palette von Technologien: Digital-Inkjet, Direct-to-Garment-Systeme, Tampondruck, Flexografie und Tiefdruck gelten alle als Screenless, wenn sie vom Siebdruck als Bezugspunkt unterschieden werden.
Digitale Inkjet-Drucksysteme dominieren die moderne Screenless-Produktion für kleine bis mittlere Auflagen und Muster. Sie lesen Designdateien (PDF, EPS, TIFF) ein und sprühen mikroskopisch kleine Farbropfen auf Stoff, Papier, Keramik oder starre Substrate in einem Durchgang auf, ohne Siebaufbau, ohne Belichtungszeit und ohne Siebdruck, der feine Details abflacht. Tampondruck nutzt ein Silikonpad, um Farbe von einer geätzten oder gravierten Klischee aufzunehmen und auf unregelmäßige Flächen, gewölbte Flaschen oder kleine Hartgüter zu übertragen, wo Siebkontakt nicht praktikabel ist. Flexografie nutzt erhabene Reliefplatten auf einer Walze, während Tiefdruck versenkte Näpfchen verwendet.
Geschwindigkeit, Kosten und Bildqualität, Abwägungen
Screenless-Verfahren überzeugen bei Kleinauflagen, schnellen Lieferterminen und fotografischer Bildkomplexität. Ein Screenless-Digitalsystem druckt ein einmaliges Design in Minuten; Siebdruck erfordert 30 Minuten bis 2 Stunden Siebbelichtung und Aufbau pro Farbe. Allerdings können Screenless-Digitalfarben eine geringere Haltbarkeit, engere Farbräume (besonders für solide Pantone-Farbtöne) oder Kompatibilitätsprobleme mit bestimmten Stoffen aufweisen. Tampondruckfarben sind äußerst haltbar, aber die Auflösung liegt bei etwa 100 bis 150 Linien pro Zoll; Siebgewebe kann 305 LPI und feiner halten. Flexografie und Tiefdruck liefern Geschwindigkeit in hohen Auflagen, erfordern aber Plattengraviertechniken und Kapitalinvestitionen für Walzenausrüstung.
Industrielle Betriebe wählen Screenless primär, um Siebrückgewinnung, Chemikalienentsorgung und Lagerung von Dutzenden Sieben zu sparen. Ein Textildekorationsbetrieb, der monatlich 50 kundenspezifische Aufträge druckt, wird Digital Direct-to-Garment einer Siebraum-Ausrüstung vorziehen. Ein Hersteller von Werbeplastikstiften oder Geräusehäuschen kann Tampondruck einsetzen, weil das Pad sich zusammengesetzten Kurven anpasst und der Bedruckstoff nie flach sitzt. Kleine Keramikfliesendekoratoren oder industrielle Fliesenhersteller nutzen manchmal Digital-Inkjet, um Logos oder Sicherheitswarnungen ohne die Kosten von Fotosiebenzu anbringen.
Der Begriff Screenless selbst ist Branchenjargon aus praktischem Denken: Er definiert, was der Prozess nicht ist, statt was er ist. Siebdruck bleibt der Standard für hohe Auflagen im Textil-, Beschilderungs- und Behälterbereich; Screenless-Verfahren werden immer in Bezug auf ihn als Alternativen für Spezialfälle diskutiert. Die Unterscheidung zählt betrieblich, weil Screenless-Aufbauten andere Farben, andere Softwareabläufe, andere Qualitätsprüfungen und ein anderes Substrathandling als traditionelle Siebbetriebe erfordern.