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Bahntechnik

Bodenstellwerk

Englisch: ground frame

Ein Hebelwerk zur Steuerung von Weichen und/oder Signalen, das auf Bodenniveau installiert ist.

Bodengestell: schienennahe Hebelanlage für Weichen und Signale

Ein Bodengestell ist eine fest installierte mechanische Anlage auf Schienenhöhe, die eine Reihe von Verriegelungshebeln zum Betätigen von Weichen und Signalen enthält. Im Gegensatz zu einem Stellwerk oder einer Kabine, die erhöht angebracht ist und normalerweise einen größeren Gleisabschnitt steuert, ist ein Bodengestell kompakt und direkt am Ort der Ausrüstung angebracht, die es regelt, in der Regel an einer Verzweigung, am Eingang eines Abstellgleises oder an einer Überkreuzung. Das Gestell selbst ist eine Konstruktion aus Gusseisen oder Stahl, die auf einer Betonfundament verankert ist, mit einer typischen Arbeitshöhe von 1,2 bis 1,5 Metern, die es einem Bediener ermöglicht, bequem zu stehen und die Hebel zu betätigen.

Jeder Hebel im Gestell ist mechanisch mit seiner entsprechenden Weiche oder seinem Signal über ein System aus Stangen, Drähten und Rollen verbunden. Ein Bodengestell kann je nach Komplexität des Gleiswerks zwischen 4 und 20 Hebel steuern. Der Verriegelungsmechanismus, normalerweise bestehend aus einem Verriegelungsrahmen und Fangsperren, verhindert widersprechende Bewegungen: zum Beispiel können die Hebel für zwei entgegengesetzte Weichen nicht gleichzeitig betätigt werden, und Signale können nicht auf Fahrt gestellt werden, bevor die Weichen korrekt in Position verriegelt sind. Diese mechanische Verriegelung ist rein mechanisch; es gibt keine elektrische Steuerung, was Bodengestelle an Orten zuverlässig macht, wo die Stromversorgung unsicher ist oder wo Einfachheit bevorzugt wird.

Bodengestelle werden normalerweise von Signalposten, Eisenbahnarbeitern oder Bahnwärtern bedient, die in der Nähe stationiert sind oder regelmäßig während Schichtwechseln vorbeikommen. Der Bediener muss freie Sichtlinien zu Gleisen und Signalen haben, die vom Gestell gesteuert werden, oder muss sich auf Handzeichen und Funkverbindung mit Zugführern stützen. Auf schwach befahrenen Strecken oder an untergeordneten Übergängen kann ein einzelnes Bodengestell die einzige Signalisierungsausrüstung für mehrere Kilometer sein.

Häufige Ausfälle und Wartung

Mechanischer Verschleiß in den Stabverbindungen ist das häufigste Wartungsproblem, besonders dort, wo lange Stangen das Gestell mit entfernten Weichen oder Signalen verbinden. Rost und Korrosion im Verriegelungsmechanismus können Hebel klemmen oder dazu führen, dass sie unter Last rutschen. An exponierten Standorten erfordert Witterungseinfluss auf das Gusseisengestell selbst regelmäßiges Anstreichen. Im Gegensatz zur modernen Lichtsignalanlage liefern Bodengestelle keine elektrische Rückmeldung, daher muss ein Streckenarbeiter Weichen und Signale physisch inspizieren, um zu bestätigen, dass sie sich in die befohlen Position bewegt haben.

Bodengestelle sind weiterhin auf Museumsbahnen, auf Nebenstrecken und an Bahnübergängen in vielen Ländern im Einsatz, wo die Verkehrsmengen die Installation von motorisch betriebener Ausrüstung nicht rechtfertigen. In neuerer Eisenbahninfrastruktur wurden sie durch Relaisstellwerke oder computergestützte Signalisierungssysteme ersetzt, aber ihre mechanische Zuverlässigkeit und Unabhängigkeit von elektrischer Infrastruktur machen sie wertvoll in abgelegenen oder kostengünstigen Betrieben.

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