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Bahntechnik

Motorwagen

Englisch: motorcar

Ein selbstfahrendes Schienenfahrzeug.

Motorcar: Selbstangetriebenes Schienenfahrzeug für Arbeits- und Inspektionsaufgaben

Ein Motorcar ist ein Schienenfahrzeug mit Verbrennungsmotor oder Elektromotor, das seine Antriebsenergie selbst mitführt und nicht auf eine Lokomotive angewiesen ist. Auf Nebenbahnen, Industriegleisen und Museumsbahnen übernehmen diese Fahrzeuge leichte Aufgaben: Gleiskontrollen, Transport kleinerer Lasten, Shuttledienste für Wartungstrupps und Überprüfung des Glaszustands ohne den Aufwand eines vollständigen Zugverbands.

Benzin- und Dieselvarianten dominieren auf Industrie- und Museumsbahnen. Ein typisches Benzin-Motorcar wiegt 2 bis 4 Tonnen und fasst vier bis acht Personen plus Werkzeug. Dieselversionen sind schwerer, etwa 5 bis 8 Tonnen, und bieten größere Reichweite sowie besseres Drehmoment bei Steigungen. Elektromotorcars verkehren auf elektrifizierten Strecken und in Untergrundbahnen, wo Emissionen eine Rolle spielen, doch ihre Batterie- oder Stromschienenbindung begrenzt die Reichweite. Draisinen, mit Handpumpen oder Kleinmotoren betriebene Gleisfahrräder, bilden das leichteste Ende des Spektrums.

Die praktische Rolle bei der Bahn

Gleisunterhaltungstrupps nutzen Motorcars, um entlegene Streckenabschnitte schnell zu erreichen. Inspektoren und Signalmeister verlassen sich darauf, Linien zu patrouillieren, Gleisabnutzung zu kontrollieren und Weichen zu prüfen. Bei Nebenbahnsperrungen oder seltenem Verkehr befördern Motorcars Personal und kleine Güter wirtschaftlicher als die Bereitstellung einer Lokomotive. Sie dienen auch als Rettungsfahrzeuge und schleppen liegengebliebene Züge bei Entgleisungen oder Pannen auf Nebenstrecken zum Depot.

Der Begriff entstand in der Eisenbahnjargon, um diese selbstständigen Fahrzeuge von gezogenen Wagen zu unterscheiden. Frühe Exemplare ab den 1920er Jahren waren häufig umgebaute Kraftwagen mit Spurkränzen oder speziell konstruierte Fahrgestelle. Die Bezeichnung setzte sich durch, weil sie das Grundprinzip widerspiegelt: Motor plus Wagen ergibt Motorcar.

Verschleißstellen sind Radkränze, die auf schlecht erhaltenen Gleisen ausfahren und abflachen, sowie Kupplungen oder Getriebe, die bei praktischer Bedienung leiden. Der Verbrauch pro Kilometer ist hoch, weil diese leichten Fahrzeuge die Effizienz schwererer Züge nicht erreichen. Lärm und Vibration sind bei älteren Benzinmodellen berüchtigt, was sie für Fahrgastkomfort unbeliebt macht, aber für Arbeitszüge akzeptabel ist.

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