Gyrocopter
Englisch: gyrocopter
Ein Tragschrauber, ähnlich einem Hubschrauber.
Gyrokopter: ein rotorgetriebenes Flugzeug, das kein Hubschrauber ist
Ein Gyrokopter ist ein Drehflügler mit einem einzelnen, unbetriebenen Rotor, der über dem Rumpf montiert ist und sich frei auf einer senkrechten Welle dreht. Der Rotor erzeugt Auftrieb, wenn das Flugzeug sich vorwärts durch die Luft bewegt, was ihn grundlegend von einem Hubschrauber unterscheidet, dessen Rotor von einem Motor angetrieben wird und schweben kann. Der Vortrieb kommt von einem herkömmlichen Propeller, meist an der Nase montiert oder von hinten drückend. Der Rotor dreht sich passiv, wenn während des Fluges Luft von unten durch ihn strömt, ein Prinzip, das Autorotation genannt wird.
Das Autogyro, die ältere Bezeichnung für diese Bauweise, flog 1923 erstmals. Moderne Gyrokopter behalten diese Grundarchitektur, bieten aber Verbesserungen in der Rotorauslegung, den Steuerflächen und den Materialien. Typische Modelle nutzen zwei- oder dreiblättrige Rotoren mit Durchmessern zwischen 8 und 11 Metern und werden von Kolbenmotoren mit 65 bis 200 PS angetrieben. Die Fluggeschwindigkeiten sind bescheiden, üblicherweise 80 bis 160 Kilometer pro Stunde, die Gipfelhöhe liegt je nach Motorleistung und Gewicht um 4000 Meter.
Die Steuerung eines Gyrokopters unterscheidet sich deutlich von Hubschraubern. Der Pilot kann die Rotordrehzahl nicht direkt erhöhen; die Rotordrehzahl wird durch die Fluggeschwindigkeit gesteuert. Nicken und Rollen werden durch herkömmliche Zyklus- und Kollektivsteuereingaben gesteuert, die den Blattsteigungswinkel verändern, nicht den Rotortrieb. Das Gieren wird durch Ruderpedale gesteuert, die das Seitenleitwerk betätigen. Dieser passive Rotor hat einen echten Vorteil: Wenn der Motor ausfällt, dreht sich der Rotor aus der Flugbewegung weiter und ermöglicht einen kontrollierten Gleitflug statt eines Absturzes.
Wartung und Sicherheitsaspekte
Die Wartung eines Gyrokopters konzentriert sich auf die Rotornabintegrität, die Lagerspiele und das Blatttracking. Anders als Hubschrauberrotoren, die wegen des Motorantriebs äußerst eng dynamisch und statisch ausgewuchtet werden müssen, erfahren Gyrokopterrotoren weniger Belastung durch direkten Antrieb. Allerdings müssen die Rotorlagerstellen sauber bleiben und richtig geschmiert sein, denn mangelnde Drainage oder Verschmutzung beschleunigen den Verschleiß. Die Blattsteigungssteuerleitungen und Dämpfer müssen regelmäßig auf Korrosion und freie Bewegung überprüft werden.
Die Kolbenmotoren, die Gyrokopter antreiben, sind herkömmliche luftgekühlte Flugmotoren, üblicherweise vierventillare horizontal angeordnete Viertakt-Bauweisen. Die Wartung folgt der Praxis der Allgemeinen Luftfahrt: Zündkerzen, Treibstoffsystemreinheit, Zylinderzustandsprüfungen und Propellerzustand. Eine kritische Vorkontrolle ist sicherzustellen, dass sich der Rotor vor dem Start frei drehen kann; ein steiffer Rotor bedeutet unzureichende Schmierung oder Lagerschaden. Gyrokopterpiloten und Instandhalter müssen verstehen, dass die Sicherheitsmarge dieses Flugzeugs darauf beruht, dass dieser unbetriebene Rotor weiterhin dreht.