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Fertigung

Handle

Englisch: handle

Die Griffigkeit eines Textilstoffs, etwa Weichheit, Festigkeit, Elastizität, Feinheit, Rückstellvermögen und andere durch Berührung wahrnehmbare Eigenschaften.

Griff: wie sich der Stoff in der Hand anfühlt

Der Griff ist die Tastempfindung, die ein Stoff erzeugt, wenn man ihn zusammendrückt, biegt oder zwischen den Fingern durchzieht. Er umfasst Weichheit, Steifheit, Elastizität, Oberflächentextur und wie das Material nach dem Zusammendrücken zurückfedert. Ein Maschenmeister oder Einkäufer bewertet den Griff, um vorherzusagen, wie sich ein fertiges Kleidungsstück anfühlt und verhält, und er wird Teil der Produktspezifikation, die Kunden über verschiedene Produktionschargen hinweg erwarten.

Unterschiedliche Fasern und Bindungen erzeugen völlig unterschiedliche Griffe. Merinowwolle hat einen charakteristisch weichen, glatten Griff wegen ihres feinen Faserdurchmessers, typischerweise 17 bis 24 Mikron. Steifer Polyester mit hohem Denier und fester Drehung erzeugt einen knackigen Griff, der sich für Anzugstoffe und Hemdstoffe eignet. Leinen entwickelt nach wiederholtem Waschen einen weicheren Griff, da die Fasern entspannen und leicht aufbrechen. Mischgewebe liegen in der Mitte: Polyester gemischt mit Baumwolle kann Knackigkeit verleihen und gleichzeitig etwas Atmungsaktivität bewahren, wodurch der wahrgenommene Griff relativ zu jeder Faser allein verschoben wird.

Griff messen und steuern

Der Griff wird subjektiv von ausgebildeten Prüfern unter standardisierten Bedingungen bewertet, aber Fabriken nutzen auch Instrumente wie das Kawabata Evaluation System (KES-F) oder das Fabric Hand Measurement System, um Steifheit, Elastizität, Glätte und Druckverformungsrückkehr mit Zahlenwerten zu quantifizieren. Diese Messungen ermöglichen es, Griffspezifikationen zu schreiben und Qualitätskontrollziele festzulegen. Die Spannung beim Weben, Veredelungstemperatur, chemische Behandlungen und Pressen beeinflussen alle den endgültigen Griff und machen ihn zu einem kritischen Kontrollpunkt in der Produktion.

Probleme entstehen, wenn der Griff unvorhersehbar abweicht. Ein rauer, papieriger Griff entsteht durch Übertrocknung oder excessive chemische Veredelung; weiche Stoffe können steif werden, wenn sich Restchemikalien ansammeln. Kunstfasern können pilling oder einen glatten, plastikartigen Griff entwickeln, wenn sich Extrusionsparameter oder Verstreckverhältnisse ändern. Saisonale Feuchteunterschiede verschieben auch den Griff, besonders bei Zellulosefasern, weshalb Klimakammern bei standardisierter Temperatur und Feuchte für faire Bewertungen unverzichtbar sind.

Der Begriff selbst spiegelt den grundlegenden Test wider: man fasst den Stoff an. Bei Mode- und Heimtexltilien ist der Griff oft das erste Kriterium, das ein Einkäufer oder Designer bewertet, manchmal sogar vor Farbe oder Muster. Er signalisiert Qualität und Eignung für den Endgebrauch. Ein Hemsstoff mit schlechtem Griff kann Zug- und Dauertests bestehen, wird aber trotzdem abgelehnt, weil sich die Haptik am Körper falsch anfühlt, weshalb der Griff sowohl eine technische Spezifikation als auch ein kommerzielles Auswahlkriterium in der Lieferkette ist.

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