Harvester
Englisch: harvester
Ein schweres Forstfahrzeug für den vollmechanisierten Holzeinschlag zum Fällen, Entasten und Ablängen von Bäumen; eine Maschine dieses Typs.
Harvester: die Raupenschlepper, die stehende Bäume in Rundholz verwandelt
Ein Harvester ist eine selbstfahrende Forstmaschine, die mehrere Arbeitsschritte in einem Durchgang durch den Wald ausführt. Er fällt Bäume, entastet sie und schneidet den Stamm in verkaufsgerechte Längen, alles am Waldweg oder auf der Lagerfläche. Die Arbeiten, die früher ein Kettensägenführer, ein Entrinder und ein Quersäger übernahmen, erledigen jetzt hydraulische Arme und rotierende Schneidköpfe auf einem Raupen- oder Radfahrwerk.
Das Herzstück ist der Schneidkopf, der auf einem Gelenkausleger montiert ist. Dieser Kopf enthält ein Kreissägeblatt, angetriebene Transportwalzen und Messer oder Spannbacken, die das Holz beim Rotieren greifen. Der Bediener sitzt in einer geschlossenen Kabine mit Joystick-Steuerung für Ausleger und Vorschubsystem und beobachtet die Arbeit über Kameras, da die Sichtlinien von Bodenhöhe aus schlecht sind. Harvester reichen von kleinen Maschinen mit 15 bis 20 Tonnen Gewicht, die bei Durchforstungen und in steilem Gelände eingesetzt werden, bis zu großen Basismodellen mit 40 Tonnen und mehr für die Hauptfällung in bewirtschafteten Plantagen.
Die Maschine muss sich kontinuierlich durch den Bestand bewegen, um ihre Kapitalkosten und den Treibstoffverbrauch zu rechtfertigen. Die typische Leistung unter günstigen Bedingungen erreicht 20 bis 30 Kubikmeter pro Schicht, variiert aber je nach Baumgröße, Holzart, Gelände und Geschicklichkeit des Bedieners erheblich. Bei dichter junger Plantage mit einheitlichen Stämmen glänzen Harvester. In unregelmäßigen Naturwäldern oder wenn Stämme nach Länge und Güte sortiert werden müssen, sind sie weniger effizient, weil der Kopf mehrere Schnitte und Entscheidungen pro Baum treffen muss.
Schäden und Verschleißmuster
Harvester-Bediener müssen mehrere Ausfallarten beherrschen. Der Schneidkopf wird schnell stumpf bei sandiger Rinde oder in Beständen, die mit altem Metallschrott belastet sind; ein stumpfes Blatt reißt statt zu schneiden, blockiert die Transportwalzen und beschädigt das Sägelager. Ketten sinken ein und hinterlassen Spurrinnen in staunässem Boden, und der Bodendruck der Maschine, typischerweise 0,35 bis 0,50 MPa, konzentriert das Gewicht auf weichem Untergrund deutlich stärker als ein Radskidder. Hydraulikleitungen scheuern durch bei Ast-Kontakt. Die Auslegerlänge, üblicherweise 8 bis 10 Meter, beschränkt die Maschine auf die Ernte eines etwa 20 Meter breiten Streifens pro Durchgang.
Der Name "Harvester" spiegelt den Zweck der Maschine wider: Holz wie eine Feldfrücht zu ernten. In Nordamerika wird er oft "Feller-Buncher" genannt, wenn er nur Bäume fällt und sammelt, oder "Processor", wenn er nur bereits gefällte und herangezogene Stämme entastet und schneidet. Europäische und skandinavische Forstwirtschaft übernahmen das Harvester-Modell früher, und der Begriff ist nun Standard in industriellen Holzeinschlagsverfahren weltweit. Die Maschine steht in der Mitte des Holzerntesystems: Bäume werden typischerweise vom Harvester gefällt, dann von einem Skidder oder Forwarder abtransportiert und vom Lageplatz zum Werk gefahren.