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Forst und Holz

Staddle

Englisch: staddle

Markierung eines Setzlings, der bei einem Durchforstungsschlag stehen gelassen werden soll.

Staddle: einen jungen Baum während der Ernte kennzeichnen, um ihn zu schonen

In der Plenterwirtschaft bedeutet Staddle, einen Sämling oder kleinen Baum zu kennzeichnen, damit Säger und Forstarbeiter wissen, dass dieser während der Fällarbeiten stehen gelassen werden soll. Die Markierung, genannt Staddle-Zeichen, ist typischerweise ein Flächenzeichen, das in die Rinde gemalt oder gemeißelt wird, oft in einer auffälligen Farbe wie Rot oder Weiß, oder als Kerbe geschnitten. Diese Praxis bewahrt ausgewählte junge Bäume für zukünftiges Wachstum und Holzproduktion, erhält die Waldstruktur und ermöglicht den gekennzeichneten Bäumen, in der nächsten Nutzungsperiode eine erntereife Größe zu erreichen.

Staddle wird in der Dauerwald- und Plenterwirtschaft eingesetzt, wo nicht alle Bäume auf einer Schlagfläche auf einmal entnommen werden. Ein Förster begeht die vorgesehene Fläche vor Arbeitsbeginn und kennzeichnet Bäume, die die Erhaltungskriterien erfüllen: Holzart von Wert, Gesundheit und Form, Abstände und Alter. Die Auswahl hängt von den Bewirtschaftungszielen ab, ob für Holzertrag, Biodiversität oder Wasserschutz. Bäume werden schon jung gekennzeichnet, typischerweise Sämlinge mit 5 bis 20 Zentimetern Durchmesser in Brusthöhe, so dass sie Jahrzehnte Zeit zum Wachsen haben, bevor die nächste Ernte ansteht.

Kennzeichnungssysteme und Fehler

Verschiedene Regionen und Betriebe nutzen unterschiedliche Staddle-Zeichen. Einige malen einen Fleck oder Streifen auf den Stamm; andere schneiden eine besondere Blaseform in die Rinde. Die Markierung muss für Arbeiter am Boden erkennbar sein, auch bei schlechtem Licht oder dichtem Unterholz, und muss Witterung und teilweise Rindenschäden überstehen. Schlechte Markierung führt dazu, dass Fällteams gekennzeichnete Bäume versehentlich fällen und so den Nutzwert der Bewirtschaftung zunichte machen. Einige Betriebe kennzeichnen auch Bäume zur Fällung, das Gegenteil, obwohl diese Ausdrucksweise seltener ist.

Das Wort Staddle hat im englischen Holzhandel eine ältere, umfassendere Bedeutung: einen jungen Baum, der zur Kennzeichnung und Erhaltung geeignet ist. Die Verbform entstand aus diesem Substantiv. In einigen älteren Forstschriften konnte ein Staddle auch ein Holzprop oder eine Stütze in Untertagebau bedeuten, obwohl diese Verwendung außerhalb historischer Kontexte veraltet ist.

Gute Staddle-Arbeit erfordert klare Kommunikation zwischen Förstern und Fällunternehmern. Schlecht ausgeführte Staddle-Markierung verschenkt Geld, indem mittelmäßige Bäume geschont werden, während schwache Markierung zum Verlust des geplanten Altholzbestandes führt. Professionelle Forstbetriebe behandeln Staddle-Markierung als eine Fachaufgabe, nicht als Nebensache.

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